„StudiFest 2019“: Wissenschaft spielerisch erleben

„StudiFest 2019“ : Wissenschaft spielerisch erleben

Die Begeisterung der Kinder zu beobachten, die schon an kleinen Experimenten ihre helle Freude haben, ist laut Rebecca Hamel der beste Lohn für ihren Einsatz. Die Studentin der Biotechnologie zeigte den Kindern gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Amila Vejzovic, wie man Farben mischt und erzählte von Experimenten mit einer Tabakpflanze ohne Nikotin. Auf dem Marktplatz reihte sich beim Studifest 2019 ein Stand neben den anderen, und überall informierten Studenten der RWTH über ihre Studiengänge.

Jochen Lauscher war mit seinen drei Töchtern unterwegs und hat gerade an der UV-Licht-Kamera halt gemacht. Die findet seine Tochter Tilda (9) ganz prima, denn sie zeigt, wo sie sich mit Sonnencreme eingeschmiert hat. Dort erscheint die Haut im UV-Licht schwarz, ebenso schwarz sieht auf dem Foto die helle Sonnenbrille aus, die sie aufgesetzt hat. „Das zeigt, dass die gefährlichen UV-Strahlen hier keine Chance haben“, sagte der junge Student, der die Kamera bedient.

Jochen Lauscher und seine Töchter nehmen den anschließenden Ratschlag ernst: Sie werden sich also immer sorgfältig eincremen, um sich vor der Sonne zu schützen. Anschließend setzten sie ihre Tour durch die Fachschaften fort. „Das ist eine tolle Idee, den Kindern die Wissenschaften so näher zu bringen“, sagte Lauscher und lobte das Engagement der Studenten, die sich dafür die Zeit nehmen.

Insgesamt 15 Stände luden dazu ein, der Wissenschaft auf die Spur zu kommen. Die Medizin-Studenten legten den kleinen Besuchern einen Gips an, der anschließend ganz einfach am Stück entfernt werden kann, die Biotechnologen luden zum Mikrobenspiel und zeigten unter anderem Bilder von roten Blutkörperchen, dem Ebola-Virus sowie Hefe-Pilzen, und die Biologen stellten ein Forschungsprojekt vor, dessen Ziel es ist, Mikroplastik erst sichtbar zu machen, um es anschließend abzutrennen.

Tobias Spiegl erklärte, wie dieser „Plastraktor“ funktioniert und zeigte dabei auf die bunte Zeichnung, die das Prinzip auf amüsante Weise verdeutlicht. Außerdem hatten die Biologen gleich eine ganze Reihe von Show-Experimenten vorbereitet, um die jüngsten Besucher an ihren Stand zu locken. Die Kinder konnten sich den Besuch an den einzelnen Ständen abstempeln lassen und bekamen dann zum Abschluss ein Diplom.

Am Stand der Kommunikationswissenschaft und Philosophie stellten sich Vater und Tochter der Herausforderung, beim Türmchenbau „blind“ zu kommunizieren. Den beiden gelang das ganz wunderbar und „das ist nicht selbstverständlich“, sagte Pascal Jansen, Student der Technik-Kommunikation.

„Wunderbare Maßnahme“

Dass Studenten sich und ihre Fachbereiche beim Studifest präsentierten, ist laut Nils Barkawitz, Vorstand Projektverein Akademische Kultur (PAK) an der RWTH Aachen, eine wunderbare Maßnahme, um auch die Studenten ganz allgemein ins rechte Licht zu rücken. Diesmal funktionierte die Organisation des Studifestes erstmals im Schulterschluss mit dem Wissenschaftsbüro der Stadt Aachen. Und Kinder und Erwachsene nutzten gleichermaßen fasziniert die Gelegenheit, sich ein Bild von den verschiedenen Fachbereichen und der Forschung in Aachen zu machen.

Auch Jochen Lauscher und seine Töchter waren begeistert. „Das Studifest wurde uns empfohlen, und es hat sich wirklich gelohnt, zu kommen“, sagte er.

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