Aachen: „Wir starten gleich“: Kein Schulstart ohne Ranzen

Aachen : „Wir starten gleich“: Kein Schulstart ohne Ranzen

„Die Augen aller Kinder leuchten, wenn es an den Kauf des Schulranzens geht“, sagt Markus Frankenne, Inhaber der Firma Frankenne, und hebt so die Bedeutung des Schulranzens hervor. „Der ist enorm wichtig“, meint auch Klaus J. Behrendt, der als Max Ballauf im Kölner „Tatort“-Krimi bekannt ist.

Und weil er um die Bedeutung des Schulranzens weiß, hat er gemeinsam mit einem Freund vor fünf Jahren in Osnabrück das Projekt „Wir starten gleich — Kein Kind ohne Schulranzen“ gegründet.

Offensichtlich mit Erfolg: In Osnabrück konnten 321 Schulranzen an Kinder aus bedürftigen Familien verteilt werden, in Köln waren es 300 und in Dortmund 500. Wie hoch der Bedarf in Aachen ist, ist zwar noch nicht bekannt, aber dass es ihn gibt, daran haben die Unterstützer und Förderer des Projekts keinen Zweifel.

Denn auch in Aachen wurden bereits Schulranzen für bedürftige Kinder verteilt. Die Stiftung „manus minorum“ hat im Ostviertel gemeinsam mit der Firma Frankenne 25 Kinder mit einem neuen Ranzen glücklich gemacht. Der Verein „breakfast4kids“ ermittelte gemeinsam mit dem Schulamt Aachen einen Bedarf von rund 60 weiteren Schulranzen. Die Organisatoren der Spendenaktion gehen aber davon aus, dass der Bedarf sehr viel höher ist.

Laut Klaus J. Behrendt sind die Kitas der Dreh- und Angelpunkt der Aktion. Denn seiner Meinung nach wissen die Erzieherinnen am besten, welche Familien auf Unterstützung angewiesen sind. Und er betont: „Absolute Priorität hat die Anonymität der Spende.“ Die Kinder sollen sich nicht ausgegrenzt fühlen, sondern ihren Ranzen bekommen wie jedes andere Kind auch. Und wie stolz sie darauf sind, betonen alle Unterstützer gleichermaßen.

„Es ist eine Menge Arbeit, das Projekt in Aachen zu etablieren“, sagte Behrendt. Aber schon jetzt gibt es jede Menge helfende Hände. Oberbürgermeister Marcel Philipp hat sich als Schirmherr zur Verfügung gestellt, der Kölner Tatort-Verein hat seine Unterstützung zugesagt, die Firma Frankenne ist mit von der Partie und darüber hinaus der Journalist Wolfgang Habedank, der Rechtsanwalt Friedhelm Steinbusch und Achim Monnartz, Vorsitzender des Vereins „breakfast4kids“. Auch die Stiftung „manus minorum“ und der Verein „Aachen Sozial“ haben ihre Unterstützung zugesagt und machen entsprechend Werbung für das Projekt.

Sie alle sind davon überzeugt, dass die Spende eines Schulranzens eine großartige Sache ist, allen voran Klaus J. Behrendt, der über das Projekt sagt: „Das ist eine supergeile Idee, die jeder schnell kapiert.“ Immerhin gibt es neben den einheimischen bedürftigen Familien auch immer mehr Flüchtlinge, die auf Unterstützung angewiesen sind. Und dass deren Kinder nicht von vornherein ausgeschlossen werden, weil sie den falschen oder gar keinen Ranzen haben, ist ein Anliegen des Projekts.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann eine Spende auf das Konto des Tatort-Vereins bei der Sparda Bank West (IBAN DE37 370605900000666666) unter dem Stichwort „Wir starten gleich Aachen“ einzahlen.

(mas)
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