Aachen: Wie die gestohlenen Noten einst ein Konzert bestimmten

Aachen : Wie die gestohlenen Noten einst ein Konzert bestimmten

„Wo ist meine Partitur? Wer hat mir meine Partitur gestohlen?“ Didier Dhont, Leiter des Musikschulorchesters und des Jugendorchesters des Instrumentalvereins Eilendorf, sah sich hilflos um. Keine Frage, dass nur die Polizei mit der Klärung eines solch schweren Falles von Diebstahl beauftragt werden kann. Wenig später übernimmt Kriminalhauptkommissarin Maria Vossen die Ermittlungen. Ein spannender Abend bahnte sich also an.

Unter dem Motto „Tatort Eilendorf“ lieferte der Instrumentalverein Eilendorf mit seinen drei Orchestern einen in doppeltem Sinne spannenden Konzertabend. Das Thema der gestohlenen Noten zog sich durch den ganzen Abend, und die Orchester lieferten passend dazu die entsprechende Musik.

Quizfragen ans Publikum

Das Musikschulorchester machte mit Stücken wie „Music from Chicago‘“ und „Secret Agent Man“ den Auftakt, bevor das Jugendorchester dann übernahm. Mit „Mack the Knife“ versetzen die jungen Musiker ihr Publikum einmal mehr in die Atmosphäre des Verbrechens. „Macky Messer ist eine Figur aus Bertolt Brechts ‚Dreigroschenoper‘“, führte Maria Vossen aus, die neben ihrer Funktion als Kommissarin auch wieder die Moderation des Abends übernommen hatte. „,Und der Haifisch der hat Zähne‘ mag die bekannteste Moritat daraus sein“, fuhr sie fort. Und so erlebten die Gäste einen Abend, der sie immer wieder in die Filmwelt entführte und mit vertrauten Melodien konfrontierte.

Ein paar Quizfragen ans Publikum machten das Ambiente perfekt. „Wer war der Mann an der Seite von Harry Klein?“, lautete eine der ersten Fragen. Die Antwort aus dem Publikum ließ nicht lange auf sich warten: „Derrick natürlich!“ Und dann durfte die bekannte Tatort-Melodie von Klaus Doldinger nicht fehlen. Mit diesem Stück machte das große Orchester unter Leitung von Janneke Hanssen-Moerke den Auftakt seiner Darbietung. Daneben wurden auch Miss Marple, Mission Impossible, der rosarote Panther und natürlich auch James Bond musikalisch in Erinnerung gerufen.

Insgesamt ein Abend also, der den Zuschauern die schönsten Momente ihrer Kindheit in Erinnerung rufen sollte. Eine musikalische Reise in die Vergangenheit sozusagen. Das Konzept ging auf, auch wenn der „Tatort Eilendorf“ im letzten Augenblick zum „Tatort Stolberg“ werden sollte. Hier fand das Konzert schließlich statt, nachdem in der Aula an der Neuköllner Straße kein Termin zu bekommen war. Der Zinkhütter Hof in Stolberg erwies sich als würdiger Ersatz. Die insgesamt rund 100 Musiker zwischen zehn und 70 Jahren bescherten dem Publikum einen wahrlich spannenden und musikalisch perfekten Abend.

Und zum Schluss kam Hauptkommissarin Vossen auch dem Notendieb auf die Schliche. Dass sich ausgerechnet der erste Vorsitzende des Instrumentalvereins Eilendorf, Frank Hecker, daran vergriffen hatte, mag die Musiker sprachlos gemacht haben. Noten sind für den Instrumentalverein übrigens nach wie vor ein ganz besonders Gut: Sponsoren sind entsprechend gern gesehen.

Weitere Termine: Der Instrumentalverein Eilendorf spielt am 1. Dezember zur Eröffnung des Weihnachtsmarkts in Eilendorf und am 24. Dezember beim Weihnachtsblasen.