Aachen: Wie Blitze schießen die Lichteinfälle durch die Gemälde

Aachen: Wie Blitze schießen die Lichteinfälle durch die Gemälde

Vor allem die Überlagerungen der Farben fallen ins Auge bei den zunächst architektonisch anmutenden Raumbildern der Malerin Bernadette Schroeger. Wie Blitze oder Pfeile schießen die Raumperspektiven und Lichteinfälle durch die Gemälde, um sich von gleißender Helle in tiefstes Schwarz zu wandeln und vom fassadenartigen Aufbau zum fragilen Gerüst.

Reale und virtuelle Raumgefüge standen Pate bei der Idee der aus dem Sauerland stammenden und seit 1992 in Berlin lebenden Künstlerin, die „visibility Spektralanalyse“, wie sie ihre Ausstellung in der Galerie Hexagone nennt, der Lichtarchitektur in Farbe zu malen.

So setzte sich Schroeger, die in der Theater- und Performancearbeit tätig war, bevor sie Grafikdesign in Düsseldorf und Krefeld studierte, mit der Architektur der Lichtverhältnisse des Atelierhauses, in dem sie arbeitet, auseinander, und untersuchte das Licht im Außen- und Innenbereich zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten.

„Zeitteppich“-Zeichnungen

Weiterhin erinnerte sie sich an ihre Kindheit im Sauerland und das Licht in den Wäldern, Scheunen und anderen Orten jenseits von Industrie und Großstädten, sah das staubige Licht hinter blinden Fenstern, Lichtpunkte auf Böden und andere Helligkeiten und Dunkelheiten, die spielerisch ihren magischen Charme entfalten. Spuren und Zeit sind gerne die Themen ihrer Arbeiten.

Dabei reicht das Spektrum der Untersuchungsmethoden von malerischen Abstraktionen bis zu moduliertem Zufall. Besonders interessant sind ihre schwarz-weißen „Zeitteppich“-Zeichnungen, die sie mit kleinen Zeichen auf Papier gestaltet und die wie schnell gemachte Skizzen wirken. Möglichweise wirken sie auch wie meditative Atem- und Zeichnen-Übungen: pro Atemzug vollzieht sich ein Zeichen, und wenn der Teppich vollendet ist, ist es auch die Meditation.

„Whirl“ und „Curtain“ nennen sich andere dynamische Serien, die ganz auf die Wirkung von Farbe setzen und kühne Kombinationen zeigen, die zu modernen Arbeis- und Wohnräumen passen.

Zu sehen sind die Strahlen- und Farbgefüge der „visibility Spektralanalyse“ noch bis zum 4. April in der Galerie Hexagone, Schützenstraße 16, mittwochs bis freitags von 12 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr sowie nach Absprache unter Telefon 0241/40232.