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Städteregion nahm Proben: Wie belastet sind die Böden nach dem Hochwasser?

Städteregion nahm Proben : Wie belastet sind die Böden nach dem Hochwasser?

Um herauszufinden, ob nach der Flutkatastrophe im Sommer die Böden mit Schad- oder Giftstoffen verseucht wurden, hat das Umweltamt der Städteregion Proben in Hausgärten entnommen. Sie sind nun ausgewertet.

Die Proben, so gab es die Städteregion Aachen am Donnerstag bekannt, zeigen in den meisten Fällen keine Auffälligkeiten, die auf das Hochwasser zurückzuführen seien. Wo die Flut allerdings sogenannte Schwemmfracht abgelagert habe, waren häufig Anreicherungen mit Schwermetallen und Mineralölkohlenwasserstoffen zu finden.

Bei Schwemmfracht handelt es sich um Sedimentablagerungen, die das reißende Wasser im Umland des Flusses aufgewirbelt und verteilt hat – auch auf von Hochwasser betroffenen Grundstücken in der Städteregion Aachen. Dass Sedimente vor allem rund um Stolberg und Eschweiler Schwermetalle enthalten, hängt mit der langjährigen Verarbeitung von natürlichen Erzvorkommen in der Region zusammen. Hinzu kam Heizöl aus zerstörten Behältern, das sich mit dem Flutwasser gemischt hatte und verteilt wurde.

„In der Schwemmfracht liegen die vorgefundenen Schwermetallbelastungen in einer Größenordnung der in Stolberg und Eschweiler hinreichend bekannten Bodenbelastungen“, sagt Barbara Schilling, die Leiterin des Umweltamtes der Städteregion. Diese Ablagerungen sollten aber möglichst entfernt werden. Danach sei nicht mehr von einer akuten Gefährdung auszugehen. In den gezogenen Proben der Gartenböden lagen die gefundenen Mineralölkohlenwasserstoffe unter den Grenzwerten liegen, die vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen vorgegeben sind.

Wer den Boden im eigenen Garten vorsichtshalber untersuchen lassen möchte, sollte damit ein zertifiziertes Labor oder einen Gutachter beauftragen, damit die Proben korrekt entnommen werden. Bei Fragen steht Dirk Urbanke vom Umweltamt der StädteRegion Aachen (Telefon 0241/5198-7040, dirk.urbanke@staedteregion-aachen.de) zur Verfügung.

Mehr Infos beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, www.lanuv.nrw.de, in der Rubrik „FAQ zur Flächennutzung nach der Überschwemmung“. 

(red)