Aachen: Westpark soll zum altengerechten Viertel werden

Aachen : Westpark soll zum altengerechten Viertel werden

Die Bedürfnisse der älteren Menschen in den Fokus nehmen und das Viertel altengerecht gestalten: Das ist das Ziel eines Förderprogramms, das in den kommenden Jahren das Viertel rund um den Westpark unter die Lupe nehmen will.

Welche Hilfeleistungen brauchen ältere Menschen? Wie muss ein Quartier aussehen, in dem sie sich wohlfühlen können? Solche und ähnliche Fragen sollen beantwortet werden, bevor es an die Umsetzung geht. Die Stadt Aachen kooperiert dabei mit dem Altenheim St. Elisabeth an der Welkenrather Straße, das laut Professor Manfred Sicking, Beigeordneter für Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen der Stadt Aachen, „der kompetente Akteur vor Ort ist“.

Denn das Altenheim sei bereits jetzt gut vernetzt und öffne sich mit seinen Angeboten zunehmend nach außen, meint auch Einrichtungsleiter Peter Rode. Welche Angebote und Maßnahmen aber noch notwendig wären, um das gesamte Quartier rund um die Vaalser Straße, Obere Jakobstraße, Mauerstraße, Junkerstraße, Mittlerer Kronenberg und Weberstraße altersgerecht zu gestalten, soll zuvor eine repräsentative Studie der Katholischen Hochschule (Katho) zeigen, die ermitteln soll, welche Bedarfe im Einzelnen vorliegen. Dabei sollen die vier Handlungsfelder des Masterplans zum Projekt berücksichtigt werden: Selbstversorgung beim täglichen Bedarf, Wohnen, Gemeinschaft erleben und aktive Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben.

Die bereits vorhandenen Initiativen sollen vernetzt werden, und dort wo Lücken sind, sollen neue Angebote entwickelt werden. Befragt werden Quartiersbewohner ab 55 Jahren. Das Viertel rund um den Westpark ist laut Sicking vor allem deshalb so geeignet, weil es sehr heterogen sei. Demnach leben hier unter anderem Studenten, Wissenschaftler, alte und junge Menschen sowie Migranten.

Das Projekt ist Teil des Landesförderplans „Alter und Pflege NRW“ und wird über drei Jahre mit einem jährlichen Budget von 10 000 Euro gefördert. Davon werden Personal- und Sachkosten bestritten. Die künftige Quartiersmanagerin Marion Bergk wird ein Büro im Altenheim St. Elisabeth beziehen. Hier sollen die Fäden zusammenlaufen. Sie freut sich auf ihre neue Aufgabe und ist gespannt auf „das „Wissen, das wir generieren werden“. Dabei wird sie in engem Austausch mit Projekten in ganz Deutschland stehen. Und auch dieser Austausch wird nach Meinung aller Beteiligten von großem Nutzen sein.

Der Sozialplaner Dr. Marius Otto wirft auch schon mal einen Blick in die Zukunft: „Die Digitalisierung wird sicher auch große Veränderungen in den Altenheimen hervorrufen“, sagt er. Auch diesen Aspekt wolle man im Auge behalten. „Es sind nicht immer die großen Dinge, die notwendig sind, um älteren Menschen das Leben zu erleichtern“, meint Erika Bley, Sozialdienstleiterin in St. Elisabeth. Ein Begleitdienst könne beispielsweise auch Menschen, die im Alter schlecht zu Fuß sind, einen Besuch im Theater oder Kino ermöglichen. Und Einkaufshilfen seien für viele sicher auch von Nutzen. Erika Bley wird als Sozialdienstleiterin immer wieder durch Anfragen mit den Sorgen und Bedürfnissen älterer Menschen konfrontiert.

Am Freitag, 1. September, wird der Projektstart im Garten des Altenheims St. Elisabeth, Welkenrather Straße 69-71, gefeiert. Eingeladen sind alle, die Lust haben mit zu feiern: Los geht es um 18 Uhr, für Musik sorgt die Band „Friday Night“. Schluss ist um 22 Uhr.

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