Aachen: Wertz-Gelände: Verkauf gescheitert, neue Verhandlungen laufen

Aachen : Wertz-Gelände: Verkauf gescheitert, neue Verhandlungen laufen

„Das war nicht unsere Schuld”, kommentiert Georg Axmacher, Mitglied der Eigentümergesellschaft des sogenannten Wertz-Geländes an der Joseph-von Görres-Straße, den Absprung von Investoren, die auf dem etwa 8000 Quadratmeter großen Grundstück am Eingangstor zum Ostviertel einen Discounter, Wohnungen und ein Hotel ansiedeln wollten.

In der Öffentlichkeit war der Eindruck aufgekommen, dass der Absprung der Lidl-Kette und später einer niederländischen Investorengemeinschaft an zu hohen Preisvorstellungen des Eigentümers, der Erbengemeinschaft Georg und Dieter Axmacher und der Gesellschafterin Ulrike M. Wertz-von Lüttichau, gescheitert seien.

Im Gegenteil, machte Dieter Axmacher klar, seien sie als Eigentümergesellschaft seit 2006 von dem Discounter Lidl des Öfteren hingehalten und zu immer neuen Verlängerungen der Unterschriftstermine unter den fertigen und einvernehmlich verhandelten Kaufvertrag gezwungen worden. Der Discounter, der jetzt nicht weit auf einem ehemaligen Molkereigelände an der Peliserkerstraße baut (wir berichteten), habe schließlich kalte Füße bekommen und die Sache einen Tag vor dem letztmöglichen Termin Anfang Oktober 2009 ohne Begründung abgesagt. „Das war nicht die feine Art”, beschrieb Axmacher die Situation, vor allem, da genügend Investoren da waren.

Lidl habe immerfort seine Philosophie bei der Entwicklung des Geländes geändert, hieß es bedauernd, andauernd hätten die Ansprechpartner in der Zentrale gewechselt. Die Stadtverwaltung war übrigens bei den Genehmigungen den Vorstellungen des Discounters, der keine sogenannte Blockrandbebauung des kompletten Grundstücks bis hin zur Gneisenaustraße gewährleisten wollte, erheblich entgegen gekommen. Alleine deshalb, um das unansehnliche Gelände am Eingangstor zum Ostviertel wegzubekommen.

Der dann folgenden niederländischen Investorengruppe Drespa, die bereits bei Lidl mit im Boot war, sei man entgegengekommen, habe man deutliche Preiszugeständnisse gemacht. Doch es wurden immer weitergehende Nachlässe gefordert, die irgendwann nicht mehr erfüllbar waren. So seien von der Stadt Lärmschutzauflagen gemacht worden und die Kosten einer Verkehrsinsel sollten die Investoren tragen. Die wiederum versuchten, die Kosten auf die Verkäufer abzuwälzen.

Im Juli 2010 war der Deal endgültig geplatzt. Ein Vertreter von Drespa erklärte gegenüber den „Nachrichten”, dass die Verhandlungen endgültige gescheitert seien, da die vorhandenen Investoren über eine so lange Zeit nicht bei der Stange gehalten hätten werden können. Nach einer Perspektive für das Grundstück befragt, erklärte Georg Axmacher, dass durchaus neue Investoren am Start seien. Sie würden eine Mix aus Wohnbebauung und Läden planen, das Grundstück soll komplett an den Rändern bebaut werden.

Die Eigentümer baten die Stadt nochmals eindringlich um „gemeinsame Gespräche, um die Kuh vom Eis zu bringen”, so die Eigentümer.

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