Aachen: Werke von Carl Schneiders im Tuchwerk ausgestellt

Aachen : Werke von Carl Schneiders im Tuchwerk ausgestellt

„Mensch und Architektur“ nennt sich eine Werkschau mit Gemälden aus dem Nachlass des Aachener Malers Carl Schneiders, der in den zwanziger Jahren am Bauhaus in Weimar bei Klee und Kandinsky studierte und in den frühen Dreißigern ein Meisteratelier an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin unterhielt.

Unübersehbar klar ist die Bauhaus-Handschrift des Künstlers, der in Aachen am Lousberg gelebt hatte, ehe er 1922 nach Weimar ging. Nun kehrt er mit der Ausstellung von 33 ausgewählten Arbeiten im Tuchwerk in der Soers in die Landschaft seiner Kindheit zurück.

In der Tat ist es auch die Tuchindustrie, die ihn neben der Architektur besonders interessierte. Immer wieder malte er Webstühle und Menschen an Webstühlen, was etliche Bilder aus den 50er Jahren zeigen. Aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück in Aachen, beteiligte er sich am Wiederaufbau der Werkkunstschule in der Südstraße und entwickelte seine „neue Gegenständlichkeit“ auf der Basis der Bauhauslehre weiter.

Klare Kompositionen und die typischen Reduktionen des Bauhauses ziehen sich souverän durch sein Werk. Der Maler Carl Schneiders ist auch ein Beobachter von Menschen gewesen, der ständig mit seinem Skizzenblock unterwegs war und sich auch gerne am Wasser aufhielt. Im Atelier malte er bisweilen auf sehr grober Leinwand seine Öl- und Temperabilder, die auch Szenen in Häfen und auf Seen zeigen.

Segler, Angler und Turmspringer sind seine Motive, die er reduziert auf das Wesentliche in der Leichtigkeit sommerlicher Farben präsentiert. Die strengen, aber farbenfrohen Arbeiten hängen im Atelier Pasch zwischen den Bronze- und Gipsskulpturen des 1985 verstorbenen Düsseldorfer Künstlers Clemens Pasch, der in der Nachkriegszeit zu den wichtigsten Bildhauern des Rheinlands gehörte.

Zu sehen sind die Arbeiten von Carl Schneiders im Atelier Pasch im Tuchwerk in der Soers, Strüverweg 116, noch bis Samstag, 30. Juni. Geöffnet ist das Atelier immer mittwochs und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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