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Öcher Bend und Annakirmes: Weltneuheit „Escape“ gleich mehrfach in der Region

Öcher Bend und Annakirmes : Weltneuheit „Escape“ gleich mehrfach in der Region

Während die Dürener Annakirmes Absagen von großen Fahrgeschäften in letzter Minute kompensieren muss, startet der Öcher Sommerbend mit einer spektakulären Neuheit durch.

Für Schausteller und Macher von Annakirmes und Öcher Bend gewinnt eine ganz spezielle Achterbahnfahrt schon vor dem Start rasant an Tempo. Es geht rund; rauf und runter. Emotional und organisatorisch. Alle freuen sich nach zwei Corona-Jahren auf das Comeback der Dürener Großveranstaltung (30. Juli bis 7. August) und nach dem Osterbend auf die Fortsetzung des Öcher Sommerbends vom 12. bis 22. August.

Personalmangel und explodierende Energiekosten haben aber in Düren für etliche Absagen von großen Fahrgeschäften gesorgt – was an der Rur in einigen Fällen nur durch extrem engagierte logistische Klimmzüge kompensiert werden konnte. Das hat auch in Aachen Sorgen ausgelöst; der Bend-Termin steht schon knapp eine Woche nach dem Spektakel auf dem Annakirmesplatz an. „Uns haben aktuell noch keine Absagen von großen Fahrgeschäften erreicht“, sagt Eurogress-Sprecherin Goentje Gust. Das Eurogress organisiert den Bend seit Jahren. Man horcht in Sachen Absagen nach, kann bislang entwarnen: „Nein, bisher ist nichts bekannt“, sagt Gust. „Aber natürlich kann uns dies auch noch passieren.“

Nachdem der Aachener Bendplatz als Zwischenlager für Tausende Tonnen Bauschutt vom Brückenabriss Turmstraße befreit wurde, mussten dort noch Reparatur- und Aufräumarbeiten bewältigt werden. „Die meisten Spuren sind aber bereits beseitigt. Ein Hydrant wurde beschädigt, ein Poller etwas in Mitleidenschaft gezogen, und der Schotter war etwas zu grobkörnig an einigen Stellen“, schildert Gust.

 Vollgas für die Gäste: Schausteller-Chef Peter Loosen (links) und Markus Schöning (Eurogress) testen schon mal die Autoscooter.
Vollgas für die Gäste: Schausteller-Chef Peter Loosen (links) und Markus Schöning (Eurogress) testen schon mal die Autoscooter. Foto: Andreas Herrmann

Kein Drama für die Eurogress-Profis: Am vergangenen Samstag haben dort 3500 Muslime unter freiem Himmel Opferfest gefeiert. Für Abwechslung ist gesorgt: Am übernächsten Wochenende rollen die Foodtrucks zum „Street Food Music Festival Aachen“ an (22. bis 24. Juli); danach laufen die Vorbereitungen für den Sommerbend an.

Wobei der Öcher Bend auf 32.000 Quadratmetern Platzfläche – was Dimension und auch spektakuläre Fahrgeschäfte angeht – natürlich einen ganz anderen Charakter hat als die Megasause Annakirmes als das größte Volksfest der Euregio Maas-Rhein: auf über 50.000 Quadratmetern zwischen Rütger-von-Scheven-Straße, Aachener Straße und Dr.-Overhues-Straße.

 Fast doppelt so groß wie der Öcher Bend: Die Dürener Annakirmes auf über 50.000 Quadratmetern.
Fast doppelt so groß wie der Öcher Bend: Die Dürener Annakirmes auf über 50.000 Quadratmetern. Foto: MHA/Jörg Abels

Die Familie von Schausteller-Chef Peter Loosen ist seit über 100 Jahren sowohl bei der Annakirmes als auch beim Bend mit ihren Auto-Scootern – inzwischen in fünfter Generation. „Beide Volksfeste haben ihren besonderen Charme. Wobei die Annakirmes, die ja auch ,die schönste Kirmes der Kölner‘ genannt wird, natürlich viel größer ist und seit Hunderten Jahren eine herausragende Bedeutung für ganz Düren hat“, sagt Loosen. „Es ist toll, dass die Organisatoren für die Ausfälle Ersatz gefunden haben, der Platz ist voll“, erklärt er. Gerade die großen Fahrgeschäfte, die in vielen Vorjahren aus Süddeutschland nach Düren kamen, müssen neu kalkulieren. Ihre übliche Kirmes-Tour – Würzburg, Düren, Straubing, Rosenheim, München – wird durch den Ausreißer ins nördliche Rheinland teurer als früher. „Personalmangel und Dieselpreise kann man nicht ausklammern, das rechnet sich für einige einfach nicht mehr“, erläutert Loosen.

Zumal Schausteller nach dem extrem erfolgreichen Osterbend in Aachen mit Zehntausenden Besucherinnen und Besuchern auf nachfolgenden Veranstaltungen seit Pfingsten geringere Umsätze verbuchten. „Der Krieg in der Ukraine, explodierte Lebenshaltungskosten, die hohe Inflation: Das hinterlässt bei den Bürgerinnen und Bürgern natürlich Spuren in den Geldbörsen“, erklärt Loosen. Das dämpft den Konsum. „Wir tun alles dafür, dass unsere Gäste eine tolle Zeit haben: in Düren wie in Aachen, beide Besuche lohnen sich total!“, betont er.

Man hofft in Aachen und Düren auf „volles Haus“. „Wir planen den Platz mit rund 80 Schaustellerbetrieben zu füllen, darunter elf Großfahrgeschäfte“, rechnet Eurogress-Sprecherin Gust vor. „Wir versuchen, dass jeder Besucher mit einem Lächeln nach Hause geht. Daher gibt es neben den Standards wie gebrannte Mandeln, Pommes und Kinderfahrgeschäften auch immer einige Geschäfte, die besonders für die jungen Erwachsenen einen Nervenkitzel bedeuten. Hier werden auch einige Geschäfte dabei sein, die beim Osterbend nicht da waren“, sagt sie.

Zum Beispiel eine „Weltneuheit“, das „Escape“ der Schaustellerfamilie Köhrmann. Im Gegensatz zu überschlagenden Gondeln kommen bei der „Escape-Attraktion“ hängende Sitze zum Einsatz, die schräg aufgehängt sind. Fahrgäste schleudern in luftiger Höhe bei Drehungen um insgesamt drei Achsen. Die Weltneuheit soll nun erstmals in Düsseldorf, Düren und Aachen gefeiert werden.

Für Düren hatten in den vergangenen Wochen Fahrgeschäfte wie „High Impress“, „Lach-Freu-Haus“, die Go-Kartbahn „Monte Carlo“, die Wildwasser-Rafting-Bahn „Rio Rapidos“, die Achterbahn „Alpen-Coaster“, der „Beach Jumper“, der 80 Meter hohe „Sky Fall“-Turm und die „Geisterstadt“ abgesagt. Doch Platzmeister Achim Greiff war es kurzfristig gelungen, ein markantes Hochfahrgeschäft nach Düren zu locken: Im 80 Meter hohen Kettenflieger „Around the World“ der niederländischen Schaustellerfamilie van der Beek-Doornberg können sich die Besucher ab dem 30. Juli einen hervorragenden Überblick über das größte Volksfest der Euregio verschaffen. Temporeich, mit Höhen und Tiefen im besten Kirmes-Sinn.