Barockfabrik: Welthistorisches Gipfeltreffen im „Öcher Schängche“

Barockfabrik : Welthistorisches Gipfeltreffen im „Öcher Schängche“

Die Sensation ist perfekt. Exakt 200 Jahre nach dem zweiten Aachener Friedenskongress von 1818, dem berühmten Monarchen-Kongress, kommt es in Aachen zu einem neuen Gipfeltreffen von welthistorischer Bedeutung: Die Machthaber Donald Trump und King Jong Un begegnen sich in der Kaiserstadt.

Nein, nein, nein — obwohl der Ort ob des geschichtsträchtigen Vergleichs klug gewählt wäre, das Spektakel geht nur im kultigen Stockpuppen-Kabarett „Pech & Schwefel“ über die „bodenlosen Bretter“. Das mittlerweile elfte Programm der Pech-und-Schwefel-Truppe feiert am Dienstag, 9. Oktober, Premiere im „Öcher Schängche“ in der Barockfabrik.

Den Schabernack mit den wundersamen Spießgesellen aus den USA und Nordkorea hat sich wieder einmal Aachens Star-Kabarettist Wendelin Haverkamp ausgedacht. Auf einer „subversiven Pressekonferenz mit der lokalen Weltpresse“ ließ Haverkamp & Co. ein bisschen hinter die Kulissen des neuen Programms schauen.

„Höchst geheime Verhandlungen“

Die „höchst geheimen Verhandlungen“ Trump-Un spielen sich auf offener Bühne an der Ecke Jakobstraße-Kockerellstraße ab. Dort versuchen der „Aachener OB Marcel“ und „Vizebundes-Extagespräsidentin Ulla“ den beiden Streithähnen die neue Aachener Friedensgeheimwaffe schmackhaft zu machen: „Peace by Pilomat!“ Ob und wie die Herren Präsidenten wegen der im Boden versenkbaren wuchtigen, ihren Atomraketen ähnlichen Geschossen in Begeisterung ausbrechen, wird nicht verraten, nur so viel: Die Konferenzsprache ist „Oecher English“.

Nach dem närrischen Jecken-Treff lässt die nächste Szene Aachens Bischof und seinen Sekretär Sanctus grübeln, was sie mit den leerstehenden Kirchen anfangen sollen. Ob der heilige oder ein sonstiger Geist mitspielt, laut Haverkamp kommt dem Bischof jedenfalls „eine geniale Idee: Die Kirchen werden umgerüstet zu Ladestationen für Elektroautos“. Keiner habe bundesweit „ein so flächendeckendes Ladenetz wie die Kirche“. Das ist für alle praktisch: Während des langen Ladens müssen die Autofahrer zwangsläufig an der Messe teilnehmen, sonst wird ihnen der Saft abgedreht.

Mephisto, Josef und Maria

Es meldet sich auch noch ein VIP zur Privatbeichte. Gestern lagen dem Mann noch Brüssel, Rom, Paris und die ganze Welt zu Füßen, heute will niemand mehr etwas von ihm wissen, der Geplagte ist am Boden zerstört, Herr Bischof möge ihn bitte aufrichten. Der Mann kommt incognito, wer es ist, wird wieder nicht verraten, nur so viel: „Der Mann ist aus Würselen.“

Mit von der Partie wie alle Jahre wieder sind Mephisto und sein Ausbildungsteufel. Auch Josef und Maria halten wieder ihr Schwätzchen. Helmut und Günther vom städtischen Dezernat „Auf- und Abbruch“ fachsimpeln aktuell über ihre Erfahrungen, was anzustellen ist, bei der Stadt ohne jede Qualifikation in drei Jahren fünfmal befördert zu werden. Und sie träumen davon, wie sie mit ihrer Abrissbirne die Stadt verschönern können — erst einmal abreißen, was danach kommt, weiß keiner so genau.

Nicht fehlen darf der „Zoch“, ein Publikums-Renner, der Zug, der zum Ende des Programms nach „Nirgenzwo“ unterwegs ist.

Auch das elfte, das jecke Programm ist wieder gepackt voll mit Satire, Frechheiten, kommunalpolitischen Spitzen auf die vaterstädtische Entwicklung, Schabernack und mitunter höherem Blödsinn.

Ein Hinweis ist wichtig für Alt- wie Neu-Öcher: Auch wenn das kultige „Pech & Schwefel“ im „Öcher Schängche“ und mit dessen Darstellern spielt: Gesprochen wird Hochdeutsch! Klar, ein paar sprachliche „Knubbele“ sind drin, aber: „Alle Beträge sind auch für Immis bestens verständlich, jeder kann sie verstehen“, beteuert Wendelin Haverkamp.