Aachen: Weiterer Gegenwind für die Windkraftanlagen

Aachen: Weiterer Gegenwind für die Windkraftanlagen

Gegen die geplanten Windräder im Münsterwald hat nun auch der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz Stellung bezogen. Der Vorstand des Regionalverbands Euregio kritisiert in einer Entschließung vor allem die landschaftsästhetischen Folgen der vorgesehenen sieben Anlagen.

Da sie mitten im Wald platziert werden sollen, müssten sie deutlich höher sein, um oberhalb der bis zu 30 Meter hohen Baumwipfel den Wind nutzen zu können „Mit 195 Metern werden sie alle bisher in der Eifel errichteten Anlagen deutlich an Höhe übertreffen“, heißt es in der Entschließung. Allerdings werden nach Angaben der Stadtverwaltung einige Rotoren wohl wegen neuer Höhenbestimmungen etwas schrumpfen müssen. Dennoch dürften sie wohl weithin sichtbar sein. „Und das am der Himmelsleiter, dem spektakulären ‚Tor zur Eifel‘“, beklagen die Landschaftsschützer.

Die teilen auch die bisher schon von Naturschützern vorgebrachte Kritik, die Windenergieanlagen würden sich negativ auf seltene und stark gefährdete Tierarten im Münsterwald auswirken. „Auch für Arten, die nur durchfliegen, ist die Gefährdung durch derart hohe Anlagen hoch einzuschätzen“, meint der Vorstand des Regionalverbands, der sich auch um die „empfindlichen Gleyböden“ sorgt: Die würden auch außerhalb der Turmstandorte durch aufwendige Dauerzufahrtswege stark beeinträchtigt, heißt es. Der Denkmalpflege-Verein fordert für diese „erste Windanlage über Wald in NRW“ unbedingt ein „umweltschützerisches Begleitgutachten nach allen Regeln des Planungsrechts“.

Nicht zuletzt macht sich der Regionalverband Euregio auch Gedanken über die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens. Die auserkorenen Standorte wertet man im Hinblick auf die Windergiebigkeit als „zweitklassig“. Die Flächen hätten „lediglich den Vorteil, im Eigentum der Stadt Aachen zu sein“. Die Investition werde sich nie rentieren, meint der Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz.

„Wir halten das Vorhaben für ungeeignet, den auch von uns begrüßten Energiewechsel voranzutreiben.“

(wb)
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