Aachen: Weitere Bombenfunde sind zu erwarten

Aachen : Weitere Bombenfunde sind zu erwarten

Die Aufregung um den großen Bombenalarm am Freitag hat sich gerade gelegt, am Montag liefen in den großen Organisationen und Behörden die Nachbesprechungen, da stellte sich so manchem die Frage, ob derartige Großeinsätze in Zukunft öfter zu erwarten sind.

Stadtsprecher Bernd Büttgens gibt darauf eine klare Antwort: „Der Westbahnhof ist ein strategisches Ziel gewesen, da ist noch das ein oder andere zu erwarten.“ Zumal ja mit der Planung des Campus West noch viele Baugruben ausgehoben werden.

Büttgens verweist auf den Fund ganz in der Nähe, in der Rütscher Straße vor einem Monat, wo nur deswegen keine Riesen-Evakuierung vorgenommen werden musste, weil die Bombe keinen Zünder und keinen Sprengstoff enthielt. „Das sind Gebiete, wo relativ viele Bomben gefallen sind.“

Natürlich gebe es Vorkehrungen bei Bauvorhaben. So wird schon im Vorfeld geklärt, ob es sich um ein Bombenabwurfgebiet handelt, in dem ein Projekt verwirklicht werden soll. Dazu liegen entsprechende Karten und Fotos des Kampfmittelräumdienstes vor, die von den Engländern zur Verfügung gestellt wurden. Unter Umständen muss der Bauträger dann auf einige Maßnahmen verzichten, etwa massive Bearbeitung des Bodens durch Bagger.

Oder Sondierungen werden vorgenommen, um den Untergrund durch kleinere Bohrungen zu erkunden. Doch alles könne man dadurch auch nicht finden, die Bombe von der Claßenstraße habe ja in fünf Metern Tiefe gelegen: „Das Thema ist für das Bauen in Aachen ein großes.“ Immerhin hätten der Baggerführer und seine Baufirma sich richtig verhalten und alle zuständigen Behörden verständigt.

Ebenfalls ein sensibles Thema ist für Büttgens der zunehmende Einsatz von ehrenamtlichen Helfern: „Wir wissen, dass wir als Stadt die Freiwilligen bei den Hilfsdiensten und Feuerwehren sehr belasten.“ Mehr als 300 Hilfskräfte waren am Freitag im Einsatz, mehr als zwei Drittel davon waren Ehrenamtler (155 Feuerwehrleute, 45 Helfer von JUH, MHD und DRK, 12 vom THW, 18 Verkehrskadetten, die alle binnen kürzester Frist zusammengetrommelt werden mussten).

Da gebe es die Maßgabe, dass nicht bei jedem Einsatz dieselben Leute geschickt würden, so versuche man die Spitzen zu vermeiden. Schließlich seien einige Dienste auch bei der Betreuung von Flüchtlingen stark eingespannt. Büttgens weiß auch von Befürchtungen von Arbeitgebern, die sich durch die Freistellung ihrer Arbeitnehmer überbelastet fühlen und die zunehmenden Einsätze mit Sorge sehen. Die bitte er, sich mit der Stadt, etwa der Feuerwehr, in Verbindung zu setzen, falls sie fürchten, dass die Einsätze überhand nähmen: „Die Stadt ist auf die wertvollen Dienste angewiesen.“

Mit Land und Bund

Eine erfreuliche Nachricht kann der Stadtsprecher noch vermelden: Die Kosten für den zwölfstündigen Einsatz werden mit Land und Bund verrechnet. „Bei uns bleibt nichts hängen.“

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