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Aachen: Weihnachtssingen: Aus einem Stadion wird ein Lichtermeer

Aachen : Weihnachtssingen: Aus einem Stadion wird ein Lichtermeer

Als Meer von Lichtern präsentierte sich das Stadion beim Weihnachtssingen und beeindruckte damit nicht nur die Gäste auf den Rängen, sondern auch die, die unten auf der Bühne standen. „Ich bin ganz gerührt, dieser Anblick sagt alles“, meinte beispielsweise Jupp Ebert, der den musikalischen Auftakt machte.

21.505 Besucher waren zum Tivoli gekommen, und das, obwohl in diesem Jahr erstmals Eintritt erhoben wurde. Laura Einheuser und ihre Freundin Anissa Palm hatten Plätze gleich in der ersten Reihe ergattert.

Schauen, singen, staunen: Beim Weihnachtssingen auf dem Tivoli herrschte auch in diesem Jahr wieder eine ganz besondere Atmosphäre, auf den Rängen und auch auf der Bühne. Foto: Andreas Herrmann

„Die Karten haben wir gewonnen“, erzählten sie. Es sei ihr erstes Weihnachtssingen und sie seien gekommen, um sich hier auf Weihnachten einzustimmen. „Die Anfahrt im Auto war chaotisch“, sagten sie, aber das seien sie gewohnt. Normalerweise sorgen sie im Security-Team der Alemannia für Sicherheit und Ordnung bei den Spielen. Heute genießen sie die weihnachtliche Atmosphäre im Stadion. „Das ist doch mal was ganz anderes“, meinten sie.

Jeder Besucher wurde gleich am Eingang mit Liederheft und Kerze ausgestattet. Und auf der Bühne auf dem Spielfeld unterstützten Chöre und Instrumentalvereine die Sänger auf den Rängen. Richtig laut wurde es allerdings erst, als die Trommler der Öcher Legion zum Singen des Alemannia-Liedes aufforderten. Viele Fans waren mit schwarz-gelbem Schal angetreten und intonieren aus vollem Halse: „Wir sind Aachen, Alemannia Aachen...“ Doch die Oberhand behielten die Weihnachtslieder, darunter „Leise rieselt der Schnee“ oder „Ihr Kinderlein kommet“.

„Ich finde diese Atmosphäre toll“, sagte Carmen Himmels-Jansen, die mit ihren Kindern Jolie und Justin aus Erkelenz angereist ist. Dass das Weihnachtssingen sich zu dem Event gemausert hat, das es heute ist, findet sie klasse: „Es ist schön, dass so viele Menschen dieses Angebot annehmen.“

„Was begeistert Sie an Weihnachten, was begeistert Sie daran, die Weihnachtsgeschichte zu hören?“, fragte Pastor Siegmar Müller, Freie evangelische Gemeinde Aachen, zu Beginn der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium. Die Weihnachtsgeschichte gebe die Antworten. Mit einem Mix aus bekannten Weihnachtsliedern, der Weihnachtsgeschichte und Geschichten aus der Welt der Alemannia verbrachten die Gäste einen unterhaltsamen Abend.

Musikalisch unterstützt wurden sie unter anderem durch den Kinder- und Jugendchor St. Katharina Forst, den Instrumentalverein Richterich, den Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde und durch den Chor der Gospelhaus international Chapel Aachen. Selbstverständlich war auch Stadionsprecher Robert Moonen mit von der Partie, ebenso wie einige Spieler der Alemannia. Die wünschten sich, es kämen ebenso viele Zuschauer zu ihren Heimspielen wie zum Weihnachtssingen.

Das hat sich im Laufe der Jahre tatsächlich zu einem Erfolgsmodell entwickelt. 200 Sicherheitsleute sorgten für einen reibungslosen Verlauf des Abends. Um der Kälte zu trotzen, hatten sich viele der Besucher in Decken eingewickelt, andere wärmten sich mit heißem Kakao oder Glühwein.

Zur allgemeinen Überraschung versprach Rewe als Hauptsponsor der Veranstaltung, 22.000 Essen für die Bedürftigen der Stadt zu sponsern — ebenso viele, wie Besucher zum Weihnachtssingen gekommen waren. Gerd Mertens, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, hatte geistesgegenwärtig dafür gesorgt, dass die Besucherzahl großzügig aufgerundet wurde.