Weihnachtssingen auf dem Tivoli als Lichterfest mit 24.000 Teilnehmern

Weihnachtssingen mit 24.000 Teilnehmern : Der Tivoli wird wieder zum Lichtermeer

Ein Raunen geht durch die Menge, als die elektrischen Spots im Stadion ausgehen: Stattdessen leuchten nach und nach – begleitet von Glockengeläut und Einmarsch des Friedenslichts – unzählige Kerzen auf.

Der Tivoli präsentiert sich auch in diesem Jahr beim Weihnachtssingen einmal mehr als Lichtermeer. Rund 24.000 Menschen sind Teil dieses Meers.

Die besondere Atmosphäre wissen Manuela Havers und ihre Familie seit Jahren zu schätzen. „Wir kommen bereits zum vierten Mal“, erzählt Manuela, die mit Mutter, Tante und Schwägerin aus Stolberg angereist ist. „Inzwischen sitzen wir hier ganz gemütlich, am Anfang hatten wir nur Stehplätze“, sagt sie. Und inzwischen ist auch das Stadion gut gefüllt. „Es wäre schön, wenn auch zu den Pflichtspielen der Alemannia so viele Zuschauer kämen“, sagt Stadionsprecher Robert Moonen, der durch den Abend führt.

Auf dem Programm stehen Weihnachtslieder, aber auch Fangesänge der Alemannia. Und hinter dem reibungslosen Ablauf des Abends steht die Erfahrung der vergangenen Jahre. Und das gilt auch für die Besucher: Auch Edith Jumpertz aus Eschweiler und ihre Freundinnen sind zum vierten Mal mit von der Partie und wissen, wie man sich am besten gegen Kälte schützt. Die drei Damen haben sich Decken über die Knie gelegt und freuen sich, gemeinsam mit den anderen Besuchern Weihnachtslieder zu singen.

Ein paar Gänge runter schalten und in Stimmung kommen: Das ist die Absicht vieler Gäste hier auf dem Tivoli. Und unten auf dem Platz sorgen unter anderem der Instrumentalverein Richterich, die Musikgruppe Pius Celebration und der Gospelchor Sound ‚n‘ Soul dafür, dass es richtig weihnachtlich wird.

Beim Weihnachtssingen auf dem Tivoli haben Pfadfinder auch das Friedenslicht bis mitten ins Stadion getragen – unter den Augen von 24.000 Besuchern. Foto: Andreas Herrmann
Knapp 24.000 Kehlen schmettern auf dem Tivoli Weihnachtlieder

Und auch Öcher Urgestein Jupp Ebert glänzt in gewohnter Manier mit Liedern auf Öcher Platt. „Feliz Navidad“ und „A Child was born“ gehören zu den Lieblingsliedern von Manuela Havers, und zumindest das erste wird sie hier auf dem Tivoli singen können. Damit die Stimmen auf den Rängen auch angesichts der instrumentalen Begleitung von der Bühne nicht gänzlich untergehen, wurden in diesem Jahr verschiedene Chöre auf den Rängen platziert.

Tatsächlich bekommt der Gesang dadurch deutlich mehr Gewicht. Auch Oberbürgermeister Marcel Philipp weiß diese „unglaubliche Atmosphäre“ auf dem Tivoli zu schätzen und ist laut Gerd Mertens, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, längst Fan des Weihnachtssingens.

Mit dem richtigen Outfit klappt es auch mit der Besinnlichkeit. Foto: Andreas Herrmann

Auf den Rängen sitzen selbstverständlich auch Fans der Alemannia, die sich mit schwarz-gelben Schals und Mützen zu erkennen geben. Andere wiederum setzen ganz auf Weihnachten und tragen vom Tannenbaum bis hin zum Rentiergeweih alles auf den Köpfen, was weihnachtlich daher kommt. Als Pastor Siegmar Müller auf der Bühne die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium verliest, wird es besinnlich.

Erst ganz klein, jetzt riesig groß

Es war Müllers Idee, auf dem Tivoli ein Weihnachtssingen zu organisieren, und was 2013 ganz klein begann, hat sich zu einem Riesen-Event gemausert. Mit im Boot sitzen als Veranstalter neben der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen die Fan-IG der Alemannia und das Eurogress. Und eines steht fest: Von der Kälte lassen sich die Sängerinnen und Sänger nicht schrecken. Von der jungen Familie mit kleinen Kindern bis hin zu älteren Herrschaften haben offensichtlich alle gleichermaßen Freude an diesem gemeinsamen Singen auf dem Tivoli.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 24.000 Sänger verwandeln Tivoli in Lichtermeer