Aachen: Wehrleute aus Berlin und Frankfurt üben in Aachen

Aachen : Wehrleute aus Berlin und Frankfurt üben in Aachen

Feuerwehrleute aus Berlin, Frankfurt, Hannover und Heilbronn waren jetzt im Aachener Wald unterwegs. Nicht jedoch wegen eines Großeinsatzes, sondern wegen eines Seminars, dessen Gastgeber die Aachener Feuerwehr war.

Neben dem Erfahrungsaustausch untereinander und auch mit den Aachener Kräften gab es für die Wehrleute theoretische Informationen zum professionellen Einsatz von Berge- und Seilwinden durch Spezialisten der Aachener Wehr. Zudem übten die Berufsfeuerwehrleute auch spezielle Bergetechniken im Aachener Wald, Höhe Adamshäuschen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Chef der Berufsfeuerwehr Aachen, Jürgen Wolff, übernahm Hans Jäger, hauptamtlicher Ausbilder an der Feuerwehrschule Aachen, die Leitung der Veranstaltung. Zunächst wurde Markus Schindewolf aus Frankfurt als Einsatzleiter bestimmt. Wie bei einem realen Einsatz sollte er als erstes die Einsatzstelle erkunden.

Sehr ungünstige Lage

Die angenommene Lage war ein simulierter Pkw-Absturz von einer Landstraße. Der Wagen war von der Straße abgekommen und eine Böschung hinunter gerutscht, wo er in einem Graben zum Liegen kam, fahruntüchtig in 35 Meter Tiefe und rund 50 Meter von der Straße entfernt. Aufgrund der sehr ungünstigen Lage musste durch die Kräfte der Feuerwehren ein Zwischenplatz gefunden werden, wo Rettungsdienst und Notarzt Patienten entgegengenommen hätten, wenn welche im Fahrzeug gesessen hätten, und von wo aus der Kran das Auto aufheben konnte, um es auf den Wechsellader zu hieven.

Wären Personen im Auto gewesen, hätte deren Rettung natürlich an erster Stelle gestanden. Sie hätten betreut und gerettet werden müssen sowie der Wagen gesichert.

Dies wurde zunächst theoretisch besprochen, danach folgte der praktische Teil, die technische Bergung des Fahrzeuges mit Hilfe von Berge- und Seilwinden sowie Umlenkrollen. Wichtig bei dieser Übung sei, so Uwe Weiß von der Einsatztechnik und dem Einsatzführungsteam der Feuerwehr Aachen, auf den Eigenschutz zu achten. „Das Arbeiten mit Winden ist eine sehr unfallträchtige Angelegenheit.“ Das Unfallauto wurde mit Hilfe des Bergungsmaterials und dem Kran als Kontergewicht zu dem vorab bestimmten und markierten Punkt aus dem Steilhang gezogen. Bis es schließlich am Kran hing, galt es noch so manchen Handgriff zu erledigen. „Ich war mit der Übung hundertprozentig zufrieden“, zog Hans Jäger gegen Ende des fast zweistündigen Einsatzszenarios ein positives Fazit und lächelte.

Wichtig gewesen sei vor allem, dass richtig Ruhe bewahrt wurde, und dass alle Kollegen ihren Arbeitsauftrag vernünftig ausgeführt haben. Lob für das komplette Seminar gab es seitens der Feuerwehrleute aus den anderen Städten. So meinte Christian Knoll von der Feuerwehr Berlin: „Hier geht es um Winden, Bergewinden — das hat die Feuerwehr Aachen schon klasse gemacht, hoch motiviert. Man spürt, die leben das hier richtig.“

Solche Seminare finden regelmäßig statt. Während es diesmal um Seilwinden ging, lief das davor unter dem Schwerpunkt Kranrettungsarbeiten auf Brücken. Ein großer Unterschied zu echten Einsätzen ist, dass bei Seminaren alles langsam gemacht wird und die Teilnehmer die Möglichkeit haben, bei Abläufen zuzuschauen, an denen sie nicht beteiligt sind. Im realen Einsatz hat jeder seine feste Aufgabe abzuarbeiten.

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