Aachen: Wegfallende Fördermittel bringen die Volkshochschule in Bedrängnis

Aachen: Wegfallende Fördermittel bringen die Volkshochschule in Bedrängnis

Dass der Zwischenbericht der Volkshochschule (VHS) Aachen keine Jubelarie wird, war den Politikern schon vorher klar. „Wir wussten ja, wohin die Reise geht“, sagte SPD-Ratsfrau Sibylle Reuß jetzt im zuständigen Betriebsausschuss, „aber es hat mich doch umgehauen.“

Von 24 geplanten und beantragten Projekten wurden 13 nicht bewilligt, das Abrechnungsjahr 2013 wird wohl mit einem Verlust abschließen.

Fördermittel würden heruntergefahren und die Verteilungsschlüssel verändert, erklärt die Volkshochschule. Überhaupt werde die Akquise von Drittmitteln immer schwieriger. „Alles wird reduziert“, beklagte Matthias Fischer für die Linken. So spare auch die Agentur für Arbeit kräftig an den Fördermitteln, die zur Finanzierung wichtiger Angebote an der VHS nötig wären. „Da geht es um Grundbildung“, so Fischer, „das ist Daseinsfürsorge.“ Hier den Rotstift anzusetzen, hält er auch aus Sicht der Arbeitsagentur für widersinnig: „Das ist kurzsichtig, später zahlen sie den Leuten Arbeitslosengeld II.“

247.000 Euro Defizit

Die Sparmaßnahmen bei den Fördergeldgebern treffen die Volkshochschule hart. Laut Zwischenbericht ist ein Defizit von rund 247.000 Euro zu erwarten. Weil die Rücklage nur noch gut 14.000 Euro hergibt und das Stammkapital mit etwa 50.000 Euro eher gering ist, wird der Verlust wohl an der Stadt als Trägerin hängenbleiben.

Das müsse aus dem Haushalt ausgeglichen werden, fordert Fischer. Der Verlust dürfe nicht etwa der VHS so ans Bein gebunden werden, dass sie ihn im nächsten Jahr noch mit sich herumschleppt. „Die Situation wird sich nicht bessern“, warnte Fischer, „hier liegt eine Unterfinanzierung vor.“

Das liege teils auch an der Konkurrenzsituation, erklärte VHS-Leiterin Beate Blüggel. Früher habe die Aachener Volkshochschule viele erfolgreiche Förderanträge gestellt. „Andere Weiterbildungsträger wissen nun auch, wie das geht“, so Blüggel. Weil der zu verteilende Kuchen aber nicht größer geworden sei, werde der Wettbewerb um die Drittmittel schärfer.

„Da haben wir Handlungsbedarf“, befand die Sozialdemokratin Reuß. Einsparungen sind nach Ansicht von Grünen-Vertreterin Aida Beslagic „nicht mehr möglich, ohne die Existenz der Volkshochschule zu gefährden“. Es gelte, nach anderen Lösungen zu suchen.

Ruth Crumbach-Trommler von der FDP hatte da zumindest eine Idee: Bei der Wirtschaftsförderung gebe es allerhand Töpfe, deren Nutzen die Liberale zumindest arg bezweifelt. Sie regte an, sich für eine Umschichtung dieser Mittel einzusetzen.