Aachen: Wechsel der Schulleitung am Pius-Gymansium: Ein Übergang, kein Bruch

Aachen : Wechsel der Schulleitung am Pius-Gymansium: Ein Übergang, kein Bruch

Im neuen Schuljahr sitzt ein Neuer im Büro des Schulleiters: Josef Els, der das Bischöfliche Pius-Gymnasium 23 Jahre lang geleitet hat, verabschiedet sich in den Ruhestand. Seinen Job als Schulleiter übernimmt ab dem 1. August Ulrich Brassel. Der allerdings ist kein Neuling an der Eupener Straße. Der 54-Jährige unterrichtet bereits seit 22 Jahren am Pius-Gymnasium, fast so lange, wie Josef Els dort Schulleiter ist.

Nach dem Referendariat in Bonn trat der Lehrer für Deutsch und Musik dort seine erste Stelle an — und ist geblieben.

Josef Els und sein Nachfolger sind überzeugt, dass der Wechsel in der Schulleitung zwar ein Übergang, aber keineswegs ein Bruch sein wird. In pädagogischen Kernpunkten sei man immer ganz nah beieinander gewesen, betont Els. „Ich trete nicht an, um neue Akzente zu setzen“, sagt Brassel selbstbewusst. Schließlich gestaltet er die Schulentwicklung bereits viele Jahre mit. Er ist Mitglied der Steuergruppe und leitet Arbeitsgruppen zur Qualitätssicherung.

Besondere Art des Miteinanders

Als christliche Schule strebe man eine besonderes Miteinanders an, erläutert Els. „Wir versprechen den Eltern, dass wir uns um ihr Kind kümmern, dass niemand eine Nummer ist.“ Das ist kein kleines Versprechen. Schließlich hat das Pius-Gymnasium rund 1000 Schülerinnen und Schüler. Das Miteinander, sagt der scheidende Schulleiter, zeige sich zum Beispiel in Patenschaften für die Kleinen oder einem Tutoren-System für die Oberstufe.

Soziales Engagement wird großgeschrieben am Pius-Gymnasium. Und sehr viele Mädchen und Jungen nutzen die Möglichkeit, mit anderen und für andere etwas zu tun. Der Schulsanitätsdienst, die Schülerlotsen und die Sporthelfer in der aktiven Pause sind da nur drei Beispiele. Seit vielen Jahren unterstützt die Schule das Aachener Café Plattform, außerdem Straßenkinder in Rumänien und ein Kinderheim in Bolivien. „Selbst etwas machen, Erfahrungen sammeln, das gibt Orientierung fürs Leben“, sagt Els. Er ist überzeugt: Diese intensive soziale Ausrichtung der Schule trägt zu einer hohen „Arbeitsplatzufriedenheit“ der Schüler bei.

Trotz aller Kontinuität: Einige große Projekte wird der neue Schulleiter in den nächsten Jahren zu begleiten haben. Das Digitalisierungskonzept muss ausgearbeitet werden, und ab 2019 wird auch das Schulgebäude, vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich, umfangreich umgebaut. Die Bewerbung als Unesco-Schule verlangt mehrjährige Anstrengung. Und die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit dürfte auch jede Menge Arbeit machen.

Ganze neue Erfahrungen macht das private Gymnasium schon seit zwei Jahren mit seiner internationalen Klasse. Zurzeit werden darin 15 Mädchen und Jungen im Alter von zwölf bis 17 Jahren an die deutsche Sprache und Kultur herangeführt. Diese Kinder, die teilweise schlimme Fluchterfahrungen mitbringen, individuell zu fördern, sei auch für die Schule eine neue Erfahrung, sagt Brassel. Von den Lernerfolgen der jungen Leute ist er sehr angetan.

Und dann wäre da noch der Musiker Ulrich Brassel. Mehrere Ensembles hat er am Pius-Gymnasium aufgebaut. Vom Orchester, das er seit zwei Jahren leitete, hat er sich bereits schweren Herzens verabschiedet. Als Schulleiter wird ihm dafür die Zeit fehlen. Die Pius-Big-Band allerdings, die er selbst gegründet hat, die will er weiter dirigieren. Auch ein Stück Kontinuität.

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