Aachen: Wassersport auf Rezept wird im Schwertbad bald eingestellt

Aachen : Wassersport auf Rezept wird im Schwertbad bald eingestellt

Das „Bad“ von Bad Aachen trocknet wieder ein kleines bisschen aus. Unverständnis bei Patienten hat das Schwertbad jetzt ausgelöst. Die Reha-Klinik an der Benediktinerstraße wird das Angebot des Rehabilitationssports im Wasser zum Ende des Monats September streichen.

Der Grund sei, dass man das Angebot nicht kostendeckend aufrecht erhalten könne, erklärt Reinhard Strauch, Geschäftsführer des Schwertbads. Eine Schließung des Bads komme aber nicht infrage.

Leider würden die stetig steigenden Betriebskosten zum Erhalt des Bewegungsbades durch die Wassergymnastik auf Basis einer ärztlichen Verordnung für Rehabilitationssport schon länger nicht mehr aufgefangen, heißt es in einem Schreiben, das jetzt an die Patienten verschickt wurde.

Man sei gezwungen, das Angebot zum 30. September zu schließen. „Ärgerlich ist das deswegen, weil ich bis dahin noch gar nicht alle verschriebenen Anwendungen in Anspruch genommen haben werde“, sagt einer der Patienten im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Wir suchen natürlich nach Möglichkeiten, Angebote zu unterbreiten, die sich durch eine entsprechende Vergütung tragen“, sagt Reinhard Strauch. Zum Preis von 44 Euro im Monat wird den Patienten derzeit ein Wassergymnastik-Angebot für Selbstzahler gemacht.

Alternativangebot der Reha-Klinik

Doch das stößt auf wenig Gegenliebe. „Ich finde das ärgerlich, dass man mir jetzt ein Angebot für Selbstzahler unterbreitet, nachdem man mich als Patienten auf Verordnung meines Arztes angenommen hatte“, sagt der Patient. Das Alternativangebot der Reha-Klinik, bis zum Ende der verordneten Stunden an Trocken-Übungen teilzunehmen, begeistert ebenfalls wenig. „Es gibt einen Grund dafür, warum mein Arzt mir Wassersport und nicht Trockensport verschrieben hat“, so der Patient.

Das Schwertbad war in Aachen die einzige Einrichtung, die Reha-Schwimmen auf Verordnung eines Arztes angeboten hat. Zwar haben auch andere Häuser, das Marienhospital und das Luisenhospital beispielsweise, kleinere Schwimmbäder in ihren Gebäuden. Diese werden aber für andere Kurse, beispielsweise Baby-Schwimmen, genutzt.

Die Salvea Schwertbad gehört zur Inoges Holding Gesellschaft mit Sitz in Krefeld. Das Unternehmen will sich bereits seit einiger Zeit am Standort Aachen und Bardenberg verändern, geplant ist eine Erweiterung des Betriebs in Burtscheid. Dazu ist allerdings ein Neubau nötig — für den es aber noch keinen Standort gibt.

Eine weitere Variante wäre, sich am Standort Bardenberg zu vergrößern. Die Kommunalpolitik will die Inoges in Aachen halten. Bei einem Weggang stünde das „Bad“ im Stadtnamen auf dem Spiel.

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