Wasserschaden im Neubau des Polizeipräsidiums Aachen

Schaden im Neubau : Heizung kaputt und Keller nass im neuen Polizeipräsidium

Wären derzeit schon Kriminelle im Gewahrsam des neuen Polizeipräsidiums in Aachen untergebracht, dann würden sie wohl nasse Füße kriegen: Aufgrund einer defekten Heizungsleitung ist es in dem im Bau befindlichen Polizeipräsidium an der Debyestraße zu einem Wasserschaden im Keller gekommen.

Genau da, wo die „bösen Buben“ einmal untergebracht werden sollen. Das bestätigte die Pressestelle der Behörde auf Anfrage unserer Zeitung. Der Schaden war Ende Januar aufgefallen, erklärt auch Gerald Hauke, Sprecher der Firma Hochtief, die für den Bau verantwortlich zeichnet, auf Anfrage. Noch am gleichen Tag habe man das Leck beseitigen können.

„Betroffen sind nach derzeitigem Erkenntnisstand die Räume des Gewahrsams und des polizeiärztlichen Dienstes“, erklärt Paul Kemen, Sprecher der Polizei.

Das Wasser ist mittlerweile abgepumpt, derzeit werde heftig getrocknet, sagt Kemen. Wie hoch der Gesamtschaden liegt, wird derzeit ermittelt. „Hier warten wir noch auf eine Antwort von Hochtief und der eigenen Gutachter des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste“, sagt Kemen. „Die Klärung, wie das zustande kam, welchen Umfang der Schaden hat und welche Folgen hieraus entstehen, bedarf einer umfangreichen Prüfung, die noch läuft“, ergänzt Gerald Hauke. So oder so: Es handelt sich wohl um einen Versicherungsfall, das heißt, die Polizei muss nicht für den Schaden aufkommen.

Der Gewahrsam im Keller des neuen Präsidiums ist von dem Wasserschaden betroffen. Foto: ZVA/Michael Jaspers

Der Umzug der Polizeibehörde von der Soers an die Debyestraße soll übrigens trotz des Schadens planmäßig stattfinden, und zwar Ende März, Anfang April. „Nach derzeitigem Kenntnisstand steht dem Umzug nichts im Wege“, betont Paul Kemen. Sollte es zu Verzögerungen kommen, dann seien davon wohl nur Polizeigewahrsam und der polizeiärztliche Dienst betroffen.

Baubeginn war in 2016

Der Bau des neuen Präsidiums ist schon eine ganze Weile im Gange. Im Oktober des Jahres 2015 wurde der Vertrag für den Neubau unterschrieben, im Spätsommer 2016 begannen die Bauarbeiten. Im April sollen die ersten von rund 1200 Polizeibeamten einziehen. Neben der neuen Leitstelle hat die Firma Hochtief auch eine KFZ-Werkstatt, den Gefangenengewahrsam, einen Trainingsraum und einen Zwinger für die Polizeihunde gebaut. Hinzu kommen ein Parkhaus, eine für die Allgemeinheit zugängliche Kantine und ein besonders von der Polizei gewünschtes bürgerfreundliches Foyer. Kritik gab es wegen der Parkplatzsituation am Neubau: Nur 220 Stellplätze für die Autos von bis zu 1200 Kolleginnen und Kollegen sind vorgesehen. Weil das zu knapp sein könnte, werden 100 weitere Plätze in der Nachbarschaft angemietet.

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