Wasserschaden auf dem Tivoli in Aachen so gut wie behoben

Vor dem Frauen-Länderspiel : Der Tivoli ist fit für die EM-Qualifikation

Nach dem Wasserschaden sind die umfassenden Reparaturen auf dem Tivoli fast abgeschlossen – rechtzeitig vor dem Frauen-Fußballländerspiel Deutschland gegen die Ukraine am 5. Oktober in Aachen.

Es riecht ziemlich stark nach frischer Farbe. Aber in den Nasen der Mitarbeiter der ASB dürfte dieser Geruch ankommen wie feinstes Eau de Parfum. Denn die trocknende Farbe verspricht den baldigen Abschluss anspruchsvoller Arbeiten im Untergeschoss des Tivoli-Stadions.

ASB steht für Aachener Stadion-Beteiligungsgesellschaft, deren Beschäftigte in den vergangenen Wochen eine besondere Herausforderung meistern mussten. Und das durchaus unter besonderem Zeitdruck. Vor rund sechs Wochen hatte ein geplatztes Ventil einer Wasserleitung im Techniktrakt des Stadions weite Bereiche mit weit reichenden Folgen massiv unter Wasser gesetzt. Am Samstag, 5. Oktober, soll man davon nichts mehr merken, wenn die Frauen-Nationalteams von Deutschland und der Ukraine aufeinandertreffen. Es geht immerhin um die Qualifikation für die Europameisterschaft.

„Da muss alles stimmen. Alleine schon, damit der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung keine Chance hat“, unterstreicht ASB-Geschäftsführer, Bernhard Deil, die Bedeutung der Instandsetzungsarbeiten. Denn das Spiel ist eine Visitenkarte und Chance, die offensichtlich schon guten Karten des Tivolis beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) weiter zu verbessern. Genau wie Bernhard Deil haben auch seine Kolleginnen Sigrid Heeren (kaufmännische Leitung) und Eylin Hellriegel (technische Leitung) in den vergangenen Wochen Sonderschichten gefahren, um die Sanierung zu organisieren.

Denn der Schaden erwies sich im Lauf der Arbeiten als wesentlich umfänglicher als zunächst prognostiziert. Aus den 800 Quadratmetern betroffene Grundfläche wurden 1500, und die Schadenssumme wuchs von einem zunächst niedrigen sechsstelligen Betrag auf rund eine halbe Million. Was sich zum Glück nicht geändert hat: Der Schaden ist komplett durch die Versicherung abgedeckt.

Bald können die Spieler und Spielerinnen hier wieder duschen. Die Sanierungsarbeiten im Tivoli sollen rechtzeitig vor dem Frauen-Länderspiel gegen die Ukraine behoben sein. Foto: dmp Press/Ralf Roeger

Die ASB – das betonen die Mitarbeiter ausdrücklich – hätte die Herausforderung ohne die Firmen nicht bewältigen können. Rund 30 Leute von sieben Firmen mit Sitz in der Aachener Region haben fast rund um die Uhr gearbeitet. „Super zuverlässig“, wie der ASB-Chef betont.

Auf einer Höhe von rund 60 Zentimetern bot die untere Etage mit Technik, Kabinen für Spieler, Schiedsrichter, Trainer, Mixedzone und weitere Räumen – insgesamt 44 – zwangsläufig einen hüfthohen Rundumblick. Diese umfassenden Lücken sind nach der Trocknung und allen Regeln des Brandschutzes wieder geschlossen. Jetzt wird noch gespachtelt, gestrichen und dann geputzt.

Dann ist alles bereitet für die besten Fußballerinnen aus Deutschland und der Ukraine. Für die ASB ist die Arbeit aber mitnichten getan. „Ab dem 30. September steht hier alles unter der Maßgabe des Länderspiels“, skizziert Sigrid Heeren neue Herausforderungen. Wenn am 5. Oktober um 14 Uhr der Anpfiff ertönt, ist das Stadion nach den Vorstellungen des DFB werbetechnisch umgestaltet. Es wird deutlich erweiterte Ersatzbänke geben, eine Beflaggung, ein Programm mit Kindern und weitere Attraktionen. Alles soll so klappen wie die Sanierungsarbeiten in den letzten Wochen. „Schließlich bescheinigt uns bald ein Gutachten, dass der Tivoli das bestgewartete Stadion Deutschlands ist“, freut sich Bernhard Deil.

Für ihn hat das Länderspiel eine Bedeutung übers Sportliche hinaus. Der Tivoli soll (noch) mehr sein als Alemannia, ein Ort, an dem viel für die Stadt passiert: „Die Bürger sollen das Stadion so als ihr Zuhause empfinden wie dies beim alten Tivoli war. Identifikation und Treue mit Blick auf die Alemannia können so wachsen.“ Und natürlich ist die ASB auch am wirtschaftlichen Erfolg der Immobilie interessiert, das ist ihr Auftrag. Es gibt weitere Pläne. 2021 soll ein Dreiländerturnier mit deutscher, französischer und belgischer Beteiligung stattfinden. Auf erste Anfragen habe der DFB positiv reagiert. Auch unter diesem Aspekt ist das Spiel gegen die Ukraine wichtig.

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