Aachen: Wasser der Pau trieb früher die Mühlen an

Aachen: Wasser der Pau trieb früher die Mühlen an

Das Wasser tropft schon aus dem Namen der Kaiserstadt. Aquae Granni lautete der lateinische Name, der vermutlich besagt, dass das Aachener Thermalwasser dem keltischen Bädergott Grannus geweiht war. Ahha hieß auf Altgermanisch Wasser.

„Aber von all dem Wasser sieht man in der Stadt so gut wie nichts”, sagt Georg Meiners. Schließlich laufen die wichtigen Wasseradern seit dem 19. Jahrhundert überwiegend unterirdisch. Der Geologe und sein Unternehmen Ahu AG wollen das Wasser zumindest wieder zurück in das Bewusstsein der Aachener holen. „Denn sonst nimmt der Aachener das Wasser nur noch an den Thermalquellen oder in Form von Regen wahr”, so Meiners.

Das ist das Ziel der Ausstellung „Aachener Gewässer - von der Römerzeit bis heute”, die bis zum 25. November in der Sparkassen-Filiale an der Komp­hausbadstraße zu sehen ist. Auf vier Schautafeln macht das Unternehmen deutlich, wie das Wasser in den Namen der Stadt kommt. Eine Tafel zeigt, dass alles Aachener Wasser in die Maas fließt. Pau, Gillesbach, Beverbach und Johannisbach fließen zuerst in die Wurm. Diese mündet in die Rur, die wiederum in die Maas. Die Geul, die im Aachener Süden entspringt, fließt direkt in die Maas.

Eine Karte zeigt die Wasser-Situation zur Zeit der Römer. „Auf der Karte ist nicht viel drauf. Trotzdem steckt da viel Arbeit drin”, so der Geologe. Eine Sumpflandschaft sei Aachen früher gewesen. Dennoch hätten die Römer hier gesiedelt, weil hier die einzigen heißen Thermalquellen nördlich der Alpen sprudeln. Ahu-Mitarbeiterin Nadine Coenen erklärte den weiteren Verlauf der Wasser-Geschichte. Die dritte Karte zeigt die Situation um 1820, die vierte die heutige. „In der Zeit dazwischen sind die offenen Bäche aus dem Stadtbild verschwunden”, so Coenen. Zuvor habe die Pau beispielsweise im Mittelalter die Mühlen an der Klappergasse angetrieben.

Ulrich Lieser, Thermalwasser-Experte bei Ahu, erzählte über den wechselnden Status von Aachens heißen Quellen. Vom Vergnügungs- und Kurort für Europas Hochadel sei Aachen zum Bad für Napoleons Soldaten und für die Armen geworden, die im Abwasser der Tuchindustrie gebadet haben. „Da gibt es viele 100 Geschichten. Das ist, abseits der Wissenschaft, ein großer Schatz, den wir uns erhalten sollten”, so Lieser. Auch das sei ein Ziel der Ausstellung, die das Wasser-Experten-Unternehmen als ehrenamtliches Projekt zusammengestellt hat.

Unterstützt wurde die Firma dabei von der RWTH, der Stawag, der Stadt, der Kathy-Beys-Stiftung und der Sparkasse.

Ein Fernziel formulierte Meiners auch noch. Nicht nur ins Gedächtnis, sondern auch an die Oberfläche würde er das Wasser gerne holen. Beispielsweise in Form eines frei zugänglichen Thermalfreibades in Aachen.

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