Aachen: Was macht das Aachener Leitungswasser so gut?

Aachen : Was macht das Aachener Leitungswasser so gut?

Das Angebot ist vielseitig. Schon der Besuch eines Supermarktes bietet unzählige Optionen an Trinkwasser: ob still oder mit Kohlensäure, ob angereichert mit Mineralien oder naturbelassen. Oftmals kann das Angebot überwältigend sein, doch stellt sich die Frage: Ist das Wasser aus der Flasche wirklich die einzige Möglichkeit?

Nein! Dies besagen zahlreiche Studien, die das Trinken von Leitungswasser in ganz Deutschland als gesundheitlich unbedenklich beschreiben. Dafür sorgt die Trinkwasserverordnung. Sie gibt strikte Schadstoffgrenzwerte vor, die unter keinen Umständen überschritten werden dürfen. Den Studien zufolge weist Deutschland landesweit eine hervorragende Wasserqualität auf.

Betont die gute Qualität des Aachener Wassers: Stawag-Vorstand Wilfried Ullrich.

Das Aachener Leitungswasser besticht durch seinen geringen Nitratgehalt. Nitrat wird im Körper in Nitrit umgewandelt, das in zu hohen Mengen den Sauerstofftransport im Blut stört. Nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beträgt die geduldete tägliche Dosis 3,7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Ein Erwachsener mit 60 Kilogramm Körpergewicht könnte somit bedenkenlos 222 Milligramm Nitrat am Tag aufnehmen. Das würde 37 Litern Aachener Leitungswasser entsprechen.

Leitungswasser in Aachen ist natriumarm und gut geeignet für Babynahrung und für Vieltrinker. Für Sportler sind Wasser mit einem höheren Natriumgehalt sinnvoll, um den Verlust durch das Schwitzen auszugleichen. Der Magnesiumgehalt sollte bei Sportlern ebenfalls etwas höher sein. Typisch für weiches Wasser sind niedrige Mengen an Calcium und Magnesium. Einige Mineralwasser weisen einen höheren Gehalt an Calcium und Magnesium auf als das Aachener Leitungswasser, aber längst nicht alle.

Die Stawag versorgt den Hauptteil der Aachener Region mit Wasser. Im Gespräch mit Vorstandsmitglied Wilfried Ullrich wird der Wert, den das Unternehmen auf seine hoch modernen Filteranlagen legt, deutlich. Die Einhaltung der Trinkwasserverordnung wird durch die Filteranlagen und Aufbereitungsprozesse gewährleistet. Sie tragen zu einer hervorragenden Wasserqualität bei, die mehr als gleichauf mit der des abgepackten Wassers ist. Bis zu 100 Kontrollproben pro Woche bestätigen dies. „Unsere Aufbereitungsanlage in Roetgen ist die modernste, die es in Europa gibt“, sagt Wilfried Ullrich. „Das Leitungswasser ist in Deutschland das am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt.”

Ullrich betont, dass das Wasser der Stawag beste Qualität habe und Probleme oftmals nur wegen zu alter Rohre auftreten würden. Diese könnten beim Endverbraucher die Qualität mindern. „Generell kann man sagen, dass das Leitungswasser eine gleichwertige, wenn nicht sogar bessere Qualität als Mineralwasser hat.”

Eine Umfrage zum Thema Trinkwasser in der Aachener Innenstadt hat uns einen kleinen und nicht repräsentativen Einblick in die Meinung der Bürger über Leitungswasser gewährt. Demnach bevorzugen knapp 45 Prozent der befragten Passanten Leitungswasser in ihrem Haushalt gegenüber 35 Prozent reinen Mineralwasser-Trinkern. Bei beiden Optionen spielen Gesundheit und Qualität eine große Rolle bei der jeweiligen Entscheidung. Mehr als 60 Prozent trinken ausschließlich oder täglich Leitungswasser, während nur knapp 12 Prozent das Wasser aus dem Hahn grundsätzlich vermeiden.

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