Aachen: Was das Indische Springkraut angeht, gibt es keine Gnade

Aachen: Was das Indische Springkraut angeht, gibt es keine Gnade

„Das Indische Springkraut zu bekämpfen ist nicht zwecklos“, sagt Volker Dohm und macht sich mit einer kleinen Gruppe von Helfern auf den Weg an den Rand der Oberen Wolfsschlucht im Aachener Wald. Unterwegs kommen die Naturfreunde immer wieder an Lichtungen vorbei, die laut Dohm vor nicht allzu langer Zeit vom Indischen Springkraut übersät waren.

„Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Himalaya und wurde von Gartenfreunden nach Deutschland gebracht“, sagt Dohm. Da sie hier aber keine natürlichen Feinde habe, gelinge es ihr, sich an Flussufern, Straßenböschungen, im Wald und an Wegrändern unkontrolliert auszubreiten. Dabei lasse sie den heimischen Pflanzen keinen Raum und zerstöre die Artenvielfalt.

Volker Dohm sagt, dass der Kampf gegen das Indische Springkraut nicht aussichtlos ist. Foto: Ralf Roeger

Das will Volker Dohm nicht hinnehmen. Seit 2012 macht er sich mit fleißigen Helfern an die Arbeit, um der Ausbreitung des Indischen Springkrauts Einhalt zu gebieten. Das kann über zwei Meter hoch werden und bekommt lilafarbene Blüten. Die Pflanzen am Rande der Oberen Wolfsschlucht sind noch nicht so weit. Sie haben noch keine Blüte gebildet. Sie wirken harmlos und niemand käme auf die Idee, dass sie sich derart schnell vermehren.

Heike Offermann schlägt sich beherzt ins Gebüsch. Ebenso wie die anderen Helfer trägt sie lange Hosen, einen langärmeligen Pulli und Handschuhe. „Als wir mit dieser Aktion angefangen haben, da gab es stellenweise keine anderen Pflanzen außer dem Indischen Springkraut“, sagt sie. „Hat man es herausgerissen, blieb nichts als erdiger Boden zurück“, erinnert sie sich. Heute säubert die kleine Gruppe eine Fläche, in der das Indische Springkraut zwischen heimischen Pflanzen steht. Ließe man es unbehelligt, würde es nach und nach alle anderen Pflanzen verdrängen.

Und genau das will Volker Dohm verhindern. Sein Ziel: Er will eine Fläche von 500 mal 500 Metern völlig vom Indischen Springkraut befreien. „Wir wollen klare Erfolge zeigen, damit die Leute wissen, dass sie nicht umsonst gearbeitet haben“, meint Dohm. Seiner Meinung nach hat es die Stadt versäumt, frühzeitig einzugreifen. „Dann nämlich hätte man das Problem längst in den Griff bekommen“, sagt er. Doch da laut Dohm von offizieller Seite offensichtlich nicht mit Hilfe zu rechnen ist, hat er sich des Problems angenommen.

Im Nabu fand er Unterstützung und kämpft nun gemeinsam mit freiwilligen Helfern gegen das Indische Springkraut an. Sonja Fuchs-Dan hilft ihm bei der Organisation. Sie kommt eigentlich aus Köln und reist extra an, um gegen das Indische Springkraut in Aachen vorzugehen. Volker Dohm habe sie von der Notwendigkeit überzeugt, sagt sie.

Ausgerissene Pflanzen

Mit einer Hand reißen und die Pflanzen im anderen Arm sammeln: So lauten seine Instruktionen zum Beseitigen der ungeliebten Pflanze. Das mit der Wurzel herausgerissene Kraut wird schließlich an einer trockenen Stelle abgelegt. Mit einer einmaligen Aktion ist es aber nicht getan. Um die Pflanze endgültig auszumerzen, müssen die Helfer immer wieder nachsehen, ob nicht doch wieder Pflanzen nachgewachsen sind. „Die nach einem Knall bis zu sieben Meter weit verstreuten Samen können noch Jahre später keimen“, so Dohm.

Am Wegesrand findet er immer wieder ausgerissene Pflanzen mit einer gelben Blüte. „Das ist das heimische Springkraut“, erklärt er. „Da hat es jemand gut gemeint, aber falsch gemacht“, fügt er hinzu. Die heimische Pflanze nämlich stelle keine Bedrohung dar. Die könne man guten Gewissens stehen lassen.

Was das Indische Springkraut betrifft, da kennt Dohm allerdings keine Gnade. Und freut sich, dass ihn immer wieder Menschen bei seiner Aktion unterstützen. Auch wenn es nicht viele sind.

Von der Stadt Aachen allerdings würde er sich mehr Hilfe erhoffen. „Es stimmt einfach nicht, dass der Kampf geben das Indische Springkraut aussichtslos ist“, sagt er. Das werde oft fälschlicherweise behauptet.

Und es gebe durchaus andere Gemeinden in Deutschland, die etwas dagegen tun würden. Im gesamten Aachener Wald, an der Inde und an der Wurm gibt es laut Dohm dasselbe Problem. Und trotz aller Schwierigkeiten ist er davon überzeugt: „Wir kriegen das nachhaltig in den Griff.“

(mas)