Warum sind die Schindeln vom Aachener Marschiertor gefallen?

Gutachten lässt weiter auf sich warten : Wer zahlt die Marschiertor-Reparatur?

Ende Februar dieses Jahres hatten sich 30 Schindeln vom Dach des Aachener Marschiertors gelöst, das im vergangenen Jahr erst aufwendig saniert worden war. Seitdem ist das Dach des Tors mit einem 1200 Quadratmeter großen Netz umspannt, und die Stadt wartet auf ein Gutachten darüber, was damals genau passiert ist.

„Das Gutachten liegt entgegen der uns im August kommunizierten Zeitschiene noch nicht vor“, erklärt Stefan Herrmann vom Presseamt der Stadt Aachen. Ursprünglich hatte man bis Ende August mit dem Abschluss der Untersuchung gerechnet. Das Gebäudemanagement sei mit dem Gutachter in Kontakt. Offensichtlich sei die Materie komplexer, als es auch für die Experten der Verwaltung vorherzusehen war. Sobald das Gutachten aber vorliege und die Verwaltung Gelegenheit hatte, die „Erkenntnisse des Gutachtens nachzuvollziehen und einzuordnen“, könne man hoffentlich weiteres mitteilen.

Möglicherweise geht es in dem Gutachten um weitreichende Haftungsfragen. Falls Fehler gemacht wurden bei der Sanierung: Wer müsste dann dafür aufkommen? Aus Sicht der Stadt steht deshalb eine gewissenhafte gutachterliche Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt vor vorschnellen Rückschlüssen.

Rund 880.000 Euro hatte die Stadt für die aufwendige Sanierung bezahlt, wobei 200.000 Euro durch ein Sonderprogramm des Bundes zum Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden getragen wurden. Mehr als sieben Monate hatten die Bauarbeiten gedauert. Immerhin mussten 55.000 Schieferplatten auf 830 Quadratmetern teils sehr steiler Dachfläche angebracht werden.

Das Marschiertor, ursprünglich Burtscheider Tor genannt, wurde wahrscheinlich ab dem Jahre 1300 erbaut. Es war neben dem Ponttor, dem Kölntor und dem Jakobstor eines der vier Aachener Haupttore der äußeren Stadtmauer.

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