Projekt „Offenes Aachen“: Warnung vor der Sprache der Rechtspopulisten

Projekt „Offenes Aachen“ : Warnung vor der Sprache der Rechtspopulisten

Nicht gegen, sondern für etwas sein – das ist die Devise des Projektes „Offenes Aachen“ der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen bereits seit 2017. „Für die Werte des Grundgesetzes, für den Erhalt der Demokratie, für Menschenwürde und Vielfalt“, spezifiziert Norbert Greuel, Leiter des Projekts „Offenes Aachen“. Diskussionsbedarf angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen sehen die Organisatoren aber durchaus.

So möchte die Bürgerstiftung in der Auflage 2.0 von „Offenes Aachen“ immer wieder den Diskurs anregen. Am Donnerstag, 4. April, ab 19 Uhr zum Thema „Worte schaffen Wirklichkeit – Sprache, Populismus und die Medien“ in der Burg Frankenberg.

„Das wird man doch wohl noch sagen dürfen?“ Rechtspopulisten nutzen die im Grundgesetz garantierte Meinungsfreiheit für Tabubrüche und verbale Grenzverschiebungen. Und zwar nicht erst, seit die AfD im Bundestag und in allen Landesparlamenten sitzt. „Wir wollen raus aus der Empörung. Denn, wenn wir die Macht über unsere Gefühle abgeben, tappen wir in die Falle von Rechtspopulisten“, findet Greuel und fragt: „Wie gehen wir human um mit den Gegnern der Humanität?“

Anregungen für eine Antwort könnte Professor Thomas Niehr, tätig im Lehr- und Forschungsgebiet Germanistische Sprachwissenschaft des Instituts für Sprach- und Kommunikationswissenschaft der RWTH, liefern. Er hat das Buch „Volkes Stimme? Zur Sprache der Rechtspopulisten“ geschrieben und wird in der Frankenberger Burg einen Einblick in seine Forschungsergebnisse geben. Anschließend diskutiert er mit Norbert Greuel und Amien Idries, stellvertretender Chefredakteur des Aachener Zeitungsverlages, und dem Publikum über Wirkung und Einsatz von Sprache und Bildern – besonders auch in öffentlichen Medien, „die ja längst keine Informationshoheit mehr haben“, wie Greuel zu Bedenken gibt.

„Rechtspopulistische Manipulationsversuche bauen auf antisemitische und rassistische Bilder auf, die in der Gesellschaft vorhanden sind. Es gibt bei uns allen das rassistische Wissen, um zu verstehen, was Rechtspopulisten meinen“, erklärt Silke Peters vom Kommunalen Integrationszentrum der Städteregion, das zusammen mit der Bürgerstiftung und dem Verein „Die Frankenbürger“ den Diskussionsabend organisiert.

Nur deswegen könne rechtspopulistische Sprache etwas auslösen: Empörung oder Zustimmung. „Wir können uns nicht freisprechen von rassistischem Wissen und im Falle von der Zugehörigkeit zur Mehrheitsgesellschaft auch vom Nutznießen.“ Gerade deswegen gelte es, analytisch und unparteiisch an die Sprache heranzugehen. „Wir ergreifen nur Partei für das Grundgesetz“, meint Timur Bozkir, Leiter des Kommunalen Integrationszentrums.