Aachen: Wall neben Vennbahnradweg: Peinliches Malheur wird nun beseitigt

Aachen : Wall neben Vennbahnradweg: Peinliches Malheur wird nun beseitigt

Die Zeit scheint günstig, um ein peinliches Malheur zu beseitigen: Der Sommer ist vorbei, der goldene Oktober wohl auch, und das Verkehrsaufkommen auf den Radwegen lässt naturgemäß nach. Auf dem Vennbahnweg zwischen Walheim und der belgischen Grenze sind jetzt Baufahrzeuge unterwegs, um den berüchtigten Wall abzutragen.

Der hatte vor Monaten Kopfschütteln in Politikerkreisen ausgelöst, weil aus einer vermeintlich guten Idee auf einmal eine illegale Ablagerung geworden war. Der beim Bau des Radwegs angefallene Bodenaushub hätte nämlich nicht als Wall neben der Route aufgeschüttet werden dürfen.

Der Verwaltung sei „durchgegangen“, dass man sich in einem Wasserschutzgebiet bewege, hatte Baudezernentin Gisela Nacken im Mai im Umweltausschuss eingeräumt und von einem „Malheur“ gesprochen. Dabei war alles nur gut gemeint: Die Kosten für die Deponierung des Aushubs sollten gespart werden. Doch nun wird es teurer, weil die Erdmassen erneut „angepackt“ werden müssen.

Für das Abtragen des Walls und den Transport des Materials zu einer Deponie waren ursprünglich 670.000 Euro kalkuliert worden, inzwischen geht die Verwaltung davon aus, dass es günstiger wird. „Diese Kosten wären ohnehin angefallen“, erklärt Axel Costard vom städtischen Presseamt, nur eben schon früher, wenn man es direkt richtig gemacht hätte.

Hätten seinerzeit die Bagger den Aushub direkt auf den Laster zur Deponie geladen, müsste jetzt nicht mehr Hand angelegt werden. „Der effektive Schaden beträgt nur 70.000 Euro für das erneute Anpacken des Aushubs“, so Costard.

Die Arbeiten haben Anfang Oktober begonnen und sollen Ende November beendet sein. Und erst dann wird die oberste Asphaltdecke aufgetragen, die sonst zu sehr unter dem Baustellenverkehr zu leiden hätte. Je nach Witterung könne diese letzte Schicht auch erst im Frühjahr aufgebracht werden, sagt Costard.

Auch an anderer Stelle wird an dem Radweg gearbeitet: Voraussichtlich im November nehmen sich die Bauleute am Eisenbahnweg den Abschnitt zwischen Aachen-Arkaden und Philipsstraße vor. Dort wird auf und neben der Eisenbahntrasse auf einer Länge von 600 Metern der Radweg neben der Fahrbahn angelegt. Auch der Kreuzungsbereich Philipsstraße/Eisenbahnweg wird umgestaltet, die Mittelinsel soll verschwinden. Kalkuliert ist eine Bauzeit von zwölf Wochen.

Die Beschilderung des Vennbahnradwegs soll im Dezember abgeschlossen sein.

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