Aachen: Wahlchecker hilft im Dschungel der OB-Kandidaten

Aachen: Wahlchecker hilft im Dschungel der OB-Kandidaten

Marcel Philipp spricht von der „Zukunft für Aachen”. Hilde Scheidt radelt auf einem Tandem und für Karl Schultheis ist alles „Klar. Karl!”

So und so ähnlich lauten die Botschaften der Kandidaten für das Aachener Oberbürgermeisteramt, die sie via Plakat - mal größer, mal kleiner - derzeit überall in der Stadt kund tun. Für Klaus Dosch klingt das alles „unglaublich beliebig und austauschbar”.

Und genau das möchte der Projektleiter der Aachener Stiftung Kathy Beys gemeinsam mit den „Nachrichten” ändern. Er hat hinter die Botschaften geschaut und alle sieben OB-Kandidaten - von Marcel Philipp (CDU) über Karl Schultheis (SPD), Hilde Scheidt (Grüne), Wilhelm Helg (FDP), Horst Schnitzler (UWG) und Hans-Dieter Schaffrath (FWG) bis hin zum Einzelbewerber Jörg Polzin - gefragt, wie sie zu 21 Thesen stehen. So äußern sich alle sieben Kandidaten, die am 30. August Nachfolger von Jürgen Linden werden wollen, zu Dingen wie „Der Elisenbrunnen soll wieder für den Durchgangsverkehr geöffnet werden” oder „Kindertagesstätten sollen in Aachen grundsätzlich gebührenfrei sein” ganz konkret mit „Ich stimme zu”, „Ist mir egal” oder „Ich lehne ab”.

Doch damit nicht genug: Denn diese Thesen hat die Kathy-Beys-Stiftung in das Online-Angebot der „Nachrichten” gestellt. In diesem Wahlchecker können ab sofort alle „Nachrichten”-Leser ihre Meinung zu den Thesen anklicken und so ihren persönlichen OB-Kandidaten herausfiltern, also den mit der meisten Übereinstimmung mit der eigenen Meinung.

Als „Einordnungshilfe” will Klaus Dosch diese Spielerei verstanden wissen, mit der „alle Aachener besser beurteilen können, wofür welcher Kandidat steht. „Natürlich hat jeder OB-Kandidat ein ausführliches Wahlprogramm vorgelegt”, räumt der 46-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur zwar ein, „aber wie viele Aachener lesen diese Programme wirklich intensiv”, fragt er rhetorisch. Daher wollte er mit den Thesen, die er zusammen mit der Aachener Lokalredaktion der „Nachrichten” erarbeitet hat, Philipp, Schultheiß, Scheidt und Co. bewusst „aus der Reserve locken”.

Und tatsächlich alle ließen sich locken, „wenn auch der eine oder andere gerne mit Ja, aber geantwortet hätte”, berichtet Klaus Dosch. Doch Raum für eine Begründung der Position sieht der Wahlchecker nicht vor. „Der Kandidat muss sich halt auch mal positionieren können”, so Dosch. Außerdem sei der Wahlchecker ja verlinkt mit den persönlichen Internetseiten der Kandidaten. Und diesen Link „können die Kandidaten ja nutzen, um auf die einzelnen Thesen einzugehen”, bietet Klaus Dosch an.

Repräsentativ sei das Ganze nicht, betont der Projektleiter der Kathy-Beys-Stiftung. Wenn man nachher alle Klicks - natürlich unter Berücksichtigung des Datenschutzes - zusammenzähle, „bekommt man kein Stimmungsbild der Aachener”, räumt er ein, „aber eines derjenigen, die gerne im Internet unterwegs sind, und Spaß an solchen Umfragen haben.”

Denn Spaß mache das Ganze. Entweder, weil man tatsächlich eine Einordnungshilfe bekomme, so Dosch, oder aber eine Bestätigung der eigenen Position erhalte oder auch eine Überraschung erlebe. „Alles ist möglich.”