Wahl-Forum der Koordinierungsstelle Jugendpartizipation in Aachen

Wahl-Forum : Volt Europa weiß die jungen Leute zu überzeugen

Sie sind jung, engagiert und setzen eigene Prioritäten: Die Schüler, die der Einladung in die Aachener Kurparkterrassen gefolgt waren, um sich fit für die anstehenden Europawahlen zu machen, hörten sehr aufmerksam zu, als sich insgesamt sieben Europapolitiker einem vorbereiteten Fragenkatalog stellten.

Ein besonders gutes Bild gab dabei offenbar Eileen O‘Sullivan (Volt Europa) ab. Sie hat dem Publikum eindeutig am besten gefallen, wie eine abschließende Abstimmung per Handy zeigte.

Unter dem Titel „Das geht! Dialog zwischen Jugend und Politik“ hatte die Koordinationsstelle Jugendpartizipation der Städteregion Jugendliche aufgefordert, sich einen Überblick über die Parteienlandschaft zu verschaffen. Und in den Kurparkterrassen wurden genau die Fragen gestellt, die gerade jungen Menschen unter den Nägeln brennen. Fabian Moormann und sein Freund Jaroslaw Pich sind zwar beide erst 16 Jahre alt, finden es aber trotzdem wichtig, sich schon jetzt zu informieren. Die beiden Pius-Gymnasiasten wollen auch an den simulierten U18-Wahlen teilnehmen. „Wir würden uns wünschen, dass Politiker die Meinung der Jugend mehr berücksichtigen“, sagen sie.

Klimaschutz, Digitalisierung, Urheberschutz im Internet und soziale Gerechtigkeit sind dabei die Themen, die sie und ihre Altersgenossen ganz besonders interessieren. Das wurde in der Wahl-Arena mit den Europapolitikern sehr schnell deutlich. Und ganz besonders gut gefiel dem jungen Publikum Eileen O‘Sullivan, die sich für ein föderales Europa mit Verteidigungsministerium und eigener Armee starkmachte.

Ein starkes, vereintes Europa im friedvollen Miteinander wünschen sich alle befragten Politiker. „Allein haben wir keine Chance“, brachte es Arndt Kohn (SPD) auf den Punkt. „Wir können die großen Herausforderungen unserer Zeit nur gemeinsam lösen“, meinte auch Daniel Freund (Bündnis 90/ Die Grünen). Doch während bei so grundsätzlichen Fragen noch Einigkeit herrschte, taten sich bei anderen Themen auch Gräben auf. Ein Beispiel: Diyar Agu (Linke) warf Sabine Verheyen (CDU) vor, Uploadfilter im Internet zu befürworten, und war auch sonst nicht zimperlich mit Seitenhieben auf andere Parteien.

Vieles offen angesprochen

Die Grenznähe und Fremdsprachen pflegen, Interrail als Möglichkeit für Jugendliche, durch Europa zu reisen, ausbauen, und europäische Forschungszentren einrichten und fördern – das waren nur einige der Ziele, die nach Meinung der Politiker helfen können, die europäische Idee voranzubringen. Und alle außer CDU-Politikerin Sabine Verheyen sind der Meinung, dass das Wahlrecht ab16 Jahren eingeführt werden sollte. Das werden Fabian Moormann und Jaroslaw Pich gerne gehört haben.

Vieles wurde offen angesprochen. Johannes Stirnberg (ÖDP) kritisierte die Rüstungsindustrie und hält die EU für eine Verursacherin von Flucht. Patrick L. Schunn (FDP) würde sich für die Zukunft Europas wünschen, dass Großbritannien wieder dabei wäre.

Conny Schmetz von der Koordinationsstelle Jugendpartizipation ließ den Politikern keine Chance für ausschweifende Reden. Die Antworten waren auf 30 Sekunden begrenzt, das Mikro blieb bei der Moderatorin. Und während noch vor der Talkrunde die meisten Zuhörer für die Grünen gestimmt hatten, konnte zum Schluss Volt Europa die meisten Stimmen auf sich vereinen.

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