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Aachen: Wärmewende: Sanitär- und Heizungsbaumeister beklagen mangelnde Förderung

Aachen : Wärmewende: Sanitär- und Heizungsbaumeister beklagen mangelnde Förderung

Lassen die Deutschen die Wärmewende links liegen? Diese Frage stand auf der ISH Messenachlese am vergangenen Freitag im Vordergrund. Dazu hatte die M. Bach GmbH aus Eschweiler die Sanitär- und Heizungsbaumeister aus der Region und ihre Mitarbeiter in das Aachener Eurogress eingeladen.

Neben der Ausstellung, an der sich über 60 Lieferanten beteiligten, stieß auch die Podiumsdiskussion zwischen Vertretern aus Wirtschaft und Politik auf großes Interesse bei den Besuchern. „Wir wurden von unseren Kunden zu dieser Diskussion inspiriert, die uns darauf aufmerksam gemacht haben, dass es deutliche Probleme im Bereich der Wärmewende gibt. Vielleicht können wir gemeinsam herausbekommen, wo diese genau liegen“, freute sich der Gastgeber Udo Bach über die rege Teilnahme.

Es liege eher am Bewusstsein und viel weniger an den Produkten, schildert Bernhard Steppe, Geschäftsführer der Wolf Heiztechnik GmbH seine Sicht. „Den entscheidenden Ausschlag bei der Kaufentscheidung gibt letztendlich doch noch der Preis“, so Steppe weiter. Da man in einem nationalen wie internationalen Wettbewerb stehe, sei die Frage nach dem Interesse an der Wärme- und Energiewende nicht so einfach mit Ja oder Nein zu beantworten, ergänzte Wolfgang Hyrenbach, OE Leiter Energielösungen bei der Stawag.

„Der Kunde hat sich in den letzten Jahren verändert, er ist für dieses Thema sensibilisiert worden. Vor allem junge Kunden interessieren sich sehr für die Wärmewende“, erkannte Hans-Dieter Eschweiler, Geschäftsführer der Schornsteinfeger-Innung Aachen einen Wandel im Bewusstsein. Eine stärkere Förderung würde auch zu größeren Erfolgen führen, sagte Eschweiler. Auch für Herbert May, Obermeister der Innung Sanitär, Heizung, Klimatechnik in der Stadt Aachen, sah das Problem eher im Bereich der Politik: „Die Wärmewende wird vor allem von der Politik liegen gelassen. Die Bevölkerung tut dies nicht.“

Für den Verbraucher sei es zu kompliziert, den Überblick darüber zu bekommen, welche Fördermöglichkeiten bestehen, berichtet der Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt aus eigener Erfahrung. „Allerdings müssen die Verbraucher vom Handwerker und der Wirtschaft mehr Informationen erhalten“, so Brandt. Damit sei jedoch das Hauptproblem in Bezug auf die Wärmewende verbunden, meinte Uwe Düster, selbstständiger Heizungsbau- und Installationsmeister: „Es fehlt eindeutig die Absprache zwischen Handwerk, Wirtschaft und Politik.“