Aachen: Vuvuzelas noch nicht verboten

Aachen: Vuvuzelas noch nicht verboten

Die Stadt wird vorläufig nicht einer Empfehlung des Landesumweltministeriums folgen und den Einsatz von Vuvuzelas, den traditionellen südafrikanischen Blasinstrumenten, während der WM-Spiele verbieten.

Die Stadt Köln hat anders entschieden und den Tröten die rote Karte gezeigt, sie seien einfach zu laut. Die Kunststofftrompete von der Länge eines Unterarms kann Lautstärken von bis zu 120 Dezibel erreichen, ihr Klang ähnelt dem Trompeten eines Elefanten. Zum Vergleich: Ein Düsenjet erzeugt einen Krach von 150 Dezibel, die Kettensäge wird mit 110 Dezibel notiert.

Nach Ansicht von Umweltminister Eckhard Uhlenberg eindeutig zu viel: „Wir empfehlen den Gebrauch dieser Instrumente beim Public-Viewing zu untersagen. Die hiervon ausgehende Gehörgefährdung für andere Besuche und das mögliche Übertönen von Notfalldurchsagen sprechen sehr deutlich gegen eine Benutzung in Menschenmengen.” Ohnehin müssten die Kommunen das Ruhebedürfnis der Anwohner beim Massen-Fernsehgucken berücksichtigen, zumal einige Spiele erst nach 22 Uhr abgepfiffen würden.

Bis hin zum Verbot

Dennoch rät auch das Umweltministerium dazu, entsprechende Ausnahmegenehmigungen vom Landesimmissionsschutzgesetz zu erteilen, weil das gemeinsame Erleben der Fußballspiele bei der letzten Fußballeuropameisterschaft ein großer Erfolg gewesen sei. Das ist in Aachen, wie berichtet, auch schon erfolgt, bekanntlich gibt es Angebote auf dem Markt und im Cinecarree. Deren Besucher werden wohl nicht, wie in Köln, am Eingang auf Vuvuzelas kontrolliert. Die Stadt setzt auf Vernunft und will erst einmal abwarten.

Axel Costard vom Pressebüro belässt es vorläufig bei Appellen, die Krachmacher aus Südafrika nicht einzusetzen: „Wir warten ab, wie die Zuschauer sich verhalten.” Außerdem hofft er auf Unterstützung auch der Gastronomen, etwa in der Pontstraße, ihre Kunden zur Vernunft zu rufen und den Einsatz von Vuvuzelas zu unterlassen. Sollte sich allerdings nach den ersten größeren Gelegenheiten herausstellen, dass der Appell nicht befolgt wird, werde man zu stärkeren Mitteln greifen und ebenfalls Auflagen erteilen. Und die könnten, so Costard weiter, ebenfalls bis hin zum Verbot reichen.

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