Vorträge und Diskussionen in der Aachener Citykriche

„Fridays for Future“ in der Aachener Citykirche : Deutliche Kritik an Aachener Verkehrspolitik

Naiv daherreden, schwänzen und unprofessionell auftreten: Glaubt man den Organisatoren der Aachener „Fridays-for-Future“-Bewegung, sind das drei der Vorwürfe, denen sie sich immer wieder ausgesetzt sehen. „Doch wir können mehr als nur schwänzen“, lautete deshalb ihr Slogan für die Veranstaltung in der Aachener Citykirche.

Vorträge mehrerer Experten und eine anschließende Podiumsdiskussion zum Thema Verkehrswende hatten die Klimaaktivisten organisiert – nicht zuletzt, um den Beweis anzutreten, dass ihre Klimaschutzbewegung eben viel mehr ist als der ihnen manchmal nachgesagte unbedarfte und inhaltslose Protest junger Menschen.

Etwa 70 Besucher waren gekommen, um dem Anliegen der Schülerinnen und Schüler zu lauschen. Eingeladen war neben Markus Oeser, Professor der RWTH Aachen am Lehrstuhl und Institut für Straßenwesen, und Stefan Jücker, Dezernent für Bauen, Umwelt- und Verbraucherschutz der Städteregion Aachen, auch Jonas Houben von der Aachener Greenpeace-Vertretung. Das Besondere an der Podiumsdiskussion: Ein „offener Stuhl“ sollte die Besucher dazu anregen, an der Diskussion teilzunehmen.

Zuvor waren es die Vorträge von Anna Moors und Vitus Studemund, Organisatoren der Aachener „Fridays-for-Future“-Bewegung, die in das Thema Verkehrswende einführten und an Kritik nicht sparten. Die Stadt Aachen tue noch viel zu wenig, um eine nachhaltige und umweltschonende Verkehrspolitik zu verwirklichen, bemängelte Studemund. „Ja, E-Autos dürfen kostenlos parken, man kann viele E-Bikes mieten, und der ‚Masterplan Green City‘ wurde von der Stadt verabschiedet“, sagte der 14-jährige in seiner Rede. „Doch all das geht noch nicht weit genug. Viele Maßnahmen in Aachen sind bloßes Greenwashing. Der Masterplan ist trotz seines guten Willens enttäuschend und verdient seinen Namen nicht.“

Mit der „Fridays-for-Future“-Bewegung und nicht zuletzt dieser Podiumsdiskussion wolle er so viele Menschen wie möglich zum Nachdenken anregen. Denn jeder könne einen Beitrag leisten. „Auch wenn all die Kritik an unserem Engagement in den meisten Fällen destruktiv ist, gibt sie uns doch den Anlass, die Welt zu verändern – und damit sollten wir in Aachen anfangen“, forderte der Schüler.

Im Gedächtnis blieben auch Anna Moors Worte: „Wenn ihr am Ende der Diskussion den Raum verlasst, dann möchten wir, dass ihr euch nicht eurer Verantwortung entzieht“, erklärte sie. „Denn später könnt ihr nicht sagen, ihr hättet von nichts gewusst.“

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