Aachen: Vorteil Waldfriedhof: Tennishalle in Planung

Aachen : Vorteil Waldfriedhof: Tennishalle in Planung

Im kommenden Jahr könnte der Tennisklub Blau-Weiss Aachen endlich eine neue Halle beziehen. Als Standort wird die Sportanlage am Kornelimünsterweg immer wahrscheinlicher. Der städtische Planungsausschuss hat in nicht-öffentlicher Sitzung nun erneut über die beiden Bebauungspläne für die zwei möglichen Orte beraten.

Neben dem Kornelimünsterweg kommt demnach grundsächlich auch die Siegelallee/Ecke Robert-Schuman-Straße infrage. Für den Verein selbst sind beide Möglichkeiten denkbar.

Der Sportplatz Siegel gilt hinter den Kulissen offenbar als „Standortoption 1“ für eine Feuerwache am Rande der südlichen Innenstadt. Foto: Harald Krömer

Bereits im Juni 2017 hatten die städtischen Planungspolitiker mit zwei Bebauungsplanverfahren für mögliche Tennishallen im Aachener Süden losgelegt, weil der Tennisklub dringend Hallenplätze benötigt, um den Kinder- und Jugendspiel- sowie den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten. Denn seit März 2016 steht der Schweizer Hof nicht mehr als Trainingsstätte zur Verfügung.

Der potenzielle Standort am Siegel käme nicht nur dem Tennisklub, sondern auch der Aachener Turn-Gemeinde (ATG) zugute, die sich ebenfalls überdachte Trainingsmöglichkeiten wünscht. Neben Tennisplätzen könnte ein Hallenbau auch Laufbahnen und ähnliche Anlagen beherbergen. Allerdings gibt es an diesem Standort noch offene Fragen, die geklärt werden müssten, bevor ein Neubau entsteht: So besteht theoretisch die Möglichkeit, dass Bolzen der Burtscheider Tell-Schützen, die gleich nebenan trainieren, auf das Gelände fliegen.

An Schießtagen müsste also gewährleistet sein, dass die betroffene Fläche nicht zugänglich ist. Ferner wird die derzeit dort befindliche Sportanlage von mehreren Aachener Schulen sowie vom Burtscheider Turnverein und der Bunten Liga genutzt. Inwieweit deren Sportunterricht durch den Bau einer Halle tangiert wäre, muss ebenfalls geklärt werden.

Kritik wegen offener Fragen

Unter anderem wegen dieser offenen Fragen hatten sich Linke und Grüne bereits im Vorfeld gegen den Standort Siegel ausgesprochen. Wenn hier überhaupt gebaut werden sollte, dann käme das Gelände für eine Wohnbebauung infrage, argumentieren die Grünen. Auch, dass überhaupt zwei Bebauungsplanverfahren gleichzeitig für ein Vorhaben vorangetrieben werden, kritisiert die Partei. In der Sitzung des Planungsausschusses wurde dann auch deutlich, dass die anderen Fraktionen noch Beratungsbedarf sehen.

Am Bebauungsplan für eine Tennishalle am Kornelimünsterweg kann nach der Sitzung indes weitergearbeitet werden. Bereits seit Jahren besteht eine Kooperation zwischen dem Tennisklub und dem in der Nähe des Waldfriedhofs beheimateten Aachener Turnverein (ATV). Hier bestünde die Möglichkeit, dass der Tennisklub das Gelände des ATV aufkauft. Netter Nebeneffekt: Durch diese Einnahmen wäre der wirtschaftliche Fortbestand des ATV auf lange Zeit gesichert.

„Von Seiten der Stadt hat man uns seinerzeit beide Grundstücke ans Herz gelegt“, sagt Michael Nobis, Präsident des Tennisvereins, im Gespräch mit den „Nachrichten“. Selbstverständlich wolle man nur eine Halle bauen, aber aus Vereinssicht kommen dafür eben beide Grundstücke infrage. „Beide Stellen haben ihre Vor- und Nachteile, das hält sich aus unserer Sicht die Waage“, sagt Nobis und betont: „Eine Präferenz haben wir wirklich nicht.“

Der TK sei an beiden möglichen Standorten mit den anderen Akteuren im Gespräch, erklärt Nobis. Er zeigt sich zuversichtlich, dass man sich auch mit den Tell-Schützen nicht in die Quere kommen würde: „Wir benötigen die Hallen vor allem in den Wintermonaten, weniger im Sommer“, sagt er. Die Schützen hingegen sind vor allem in der warmen Jahreshälfte aktiv. Das Konfliktpotenzial sei also gering. Doch auch mit dem Standort Kornelimünsterweg könne man sehr gut leben, sagt Nobis.

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