Aachen: Vorstandswahl der Jecken endet im Chaos

Aachen : Vorstandswahl der Jecken endet im Chaos

Der Mittwochabend bot ein kurioses Hin und Her für den Öcher Fastelovvend: Beim Festausschuss Aachener Karneval (AAK) stand auf der Jahreshauptversammlung im Saalbau Kommer der Vorstandswechsel an.

Nach 17 Jahren Verantwortung für den Aachener Karneval kandidierte AAK-Präsident Wilm Lürken nicht mehr für das Amt des „Präsidenten aller Präsidenten“.

Er wurde zunächst gebührend verabschiedet. Wie sich in den letzten Wochen abzeichnete, traten zwei Kandidaten zur Wahl des neuen Präsidenten an. Der bisherige Vizepräsident, Axel Wichterich, bewarb sich mit dem bisherigen Vorstandsteam, mit Änderung auf zwei Positionen, um in der nächsten Wahlperiode wieder die Geschicke des Aachener Karnevals zu lenken und zu verantworten.

Wolfgang Radermacher, seit 25 Jahren Leiter des Arbeitsausschusses Aachener Kinderkarneval (Akika), trat mit einer neuen Mannschaft an und hoffte ebenfalls auf die Zustimmung und das Vertrauen der Mitgliedsvereine. Unabhängig voneinander hatten die Kandidaten zuvor bei „Wahlkampfveranstaltungen“ ihre Positionen vorgestellt.

Die Aachener Karnevalisten waren gespannt, für welchen Zukunftsentwurf sich die Mitgliedsvereine nun entscheiden würden. In einem Punkt sind sich alle einig: Engagement, Ideen und gemeinsames Handeln aller Karnevalisten hat der Aachener Karneval dringend nötig.

Die Hauptaufgabe des Präsidenten besteht in der Repräsentation des AAK. Darüber hinaus hat er die Arbeit des Vorstands zu organisieren. Dies geschieht vor allem außerhalb der regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen, auf denen auch die Zusammenarbeit der einzelnen Vorstandsmitglieder untereinander und mit dem Präsidenten festgelegt wird. Satzungsgemäß gehört zu den Aufgaben des Präsidenten auch die Leitung der Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen.

Die Wahl ging zugunsten von Axel Wichterich aus, worauf sich die Wahl der Stellvertreter anschloss. Zunächst wurde Georg Cosler gewählt. Unter den Kandidaten für einen weiteren Vizepräsidentenposten war auch Wolfgang Radermacher benannt, der sich gegen Peter Brust durchsetzte.

Amt sofort niedergelegt

Dann war das Chaos perfekt, als Axel Wichterich und Georg Cosler daraufhin ihre gerade gewonnenen Ämter wieder niederlegten. Als Begründung gab Axel Wichterich an, nur das Amt des Präsidenten anzunehmen, wenn auch, wie vorher angekündigt, sein Team vollständig gewählt wird. Nach diesem Rücktritt stand nun plötzlich Wolfgang Radermacher als Vizepräsident allein da.

Die Juristen der Karnevalsvereine studierten die Satzung und kamen schließlich nach heftigen Diskussionen und abenteuerlichen Vorschlägen der juristischen Laien zu dem Schluss, dass es so nicht gehe. Die Lösung hatte Wolfgang Radermacher, der um den Karneval und den Abend zu retten, auf die Kappe des Vizepräsidenten verzichtete und den Weg dafür frei machte, dass nun Wilm Lürken und der vollständige bisherige Vorstand, kommissarisch weiter im Amt bleiben. Sie wollen nun unverzüglich dafür sorgen, dass eine neuerliche satzungskonforme Wahl möglich wird.