Aachen: Vorstand des Aachener BBK zeigt seine Kunstwerke

Aachen: Vorstand des Aachener BBK zeigt seine Kunstwerke

Jetzt ist der Vorstand dran. Nach nahezu unzähligen Ausstellungen von einzelnen Künstlern, Familien und Gruppierungen aller Art stellt nun der Vorstand des Aachener BBK unter dem Titel „BBK 7“ selbst seine künstlerischen Positionen vor und zeigt, was jedes einzelne Mitglied des siebenköpfigen Gremiums vorzuweisen hat.

Sieben Holzskulpturen weisen den Weg durch die Ausstellung in dem langgezogenen Raum in den Arkaden, leuchtend rot bemalt, zunächst befremdlich, dann hoch interessant. „Red Rain“ zeigt menschliche Befindlichkeiten zwischen Streit und Zuneigung, Hunger und Schmerz sowie kämpferischer Entschlossenheit. Gekonnt arbeitete ihr Schöpfer Gotthardt Walter die Risse, Löcher, Klüfte und Rinden der Hölzer in seine Figuren ein und gab ihnen die rote Färbung, um sie anders aussehen zu lassen als übliche Holzarbeiten.

Dank ihrer dramatischen Rotfärbung nehmen sie der dunklen Decke des Raums auch die Dominanz. Mit schwarz-weiß-grauen Tondi aus dickem Papier beginnt die Ausstellung rechts von der Tür. In seiner unverwechselbaren Handschrift zeigt Viorel Chirea seine künstlerische Meisterschaft in den aufwändigen wie sensiblen runden Bildern, die sich drehen lassen und Erkenntnisse auch aus der Welt auf dem Kopf ermöglichen. Auf der anderen Seite setzt sich Gabi Deckers ebenfalls mit runden Formen auseinander, und zwar in leuchtenden Rot- und Blautönen.

Karl-Heinz Jeiter setzt ganz auf die Kraft der Linie. Mit Farb- und Bleistiften zeichnet er meist Verdichtungen, nimmt Flächen mit Schmirgelpapier oder Radiergummi wieder ab und schafft Liniengebilde, die bisweilen an Erdschichtungen und —formationen erinnern. Auch er widmet sich dem wandelbaren Weltbild Tondo, zeigt aber auch kleine Tief- und Siebdrucke. Große Farbflächenbilder in fließenden Farbabstimmungen stellt Barbara Geier aus, in Feuer- und Wasserfarbigkeiten.

Trotz der Gegensätze schafft sie es, beide Gemälde, nebeneinander gehängt, harmonisch wirken zu lassen und die Gegensätze sich annähern zu lassen. Einblicke in Wäschetonnen, Wäscheberge und nun auch in einen unaufgeräumten Teenager-Kleiderschrank gewährt Kathrin Philipp schon länger und gerne. Alltagsanblicke werden in ihren Gemälden zu Farb- und Flächenstudien, wobei sie selbst kleingemustertem Bettzeug und zerknüllten Decken hohe künstlerische Pop-Art-Qualitäten attestiert.

Die abenteuerlichen Wege der Kunst kennt Annely Kall sehr gut — sie zeigt mitunter die Rückseiten ihrer Bilder oder setzt ihre Farbarbeiten lange Zeit Sonne, Wind und Regen aus, um ihre Einwirkungen künstlerisch weiterzuentwickeln. Anders und neu zeigt sich in den Arkaden ihr großes goldenes Diptychon, das bei der „Kunstroute“ im Licht der Galerie Ramrath geheimnisvoll schimmerte. Mit ihren Bildern zieht eine sakrale Note in den Raum, die ihm gut tut und der schwarzen Decke Paroli bietet.

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