Aachen: Vorlesewettbewerb: Vom Drachen in der Schultasche

Aachen : Vorlesewettbewerb: Vom Drachen in der Schultasche

Eingetaucht in eine andere Welt — oder vielmehr gleich 16 Welten. Der Aachener Stadtentscheid des Vorlesewettbewerbs 2017 lockte am Sonntag die Zuhörer in die verschiedenen Geschichten und Bücher: Von einem Drachen in der Schultasche über ein Abenteuer mit den „Spiderwicks“ bis zu einem geheimnisvollen Haus am Deich war alles dabei.

Die 16 Schüler und Schülerinnen der sechsten Klasse hatten sich zuvor als beste Leser oder Leserinnen in ihren Schulen qualifiziert, nun wurde der oder die Beste aus ganz Aachen ermittelt. An der größten Leseförderaktion des Bundes nehmen rund 7500 Schulen mit circa 700.000 Kindern teil. Durchgeführt wird der Lesewettstreit seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Von Zeile zu Zeile

Man hätte beim Aachener Stadtentscheid im Forum M der Mayerschen Buchhandlung fast meinen können, Lesen sei ein typisches Mädchenhobby — immerhin waren 13 der 16 Schulsieger weiblich. Doch schnell stellte man fest: Die Jungen und Mädchen lasen gleichermaßen gut. Anfangs zwar meist noch etwas unsicher, mit schnellem Sprachtempo und dem ein oder anderen Stotterer, wurden die Kinder von Zeile zu Zeile immer selbstbewusster. Und Nervosität war ja auch völlig normal — schließlich liest man nicht täglich vor hunderten Zuschauern. Darunter vor allem begeisterte Eltern, Geschwister und Großeltern, aber auch Lehrer und Schulkameraden.

„Sie sollten nicht zu schnell, aber auch nicht zu monoton lesen“, erklärte die Aachener Jugendbuchautorin Sabine Blazy, die gemeinsam mit Buchhändlerin Doris Hallmann, Logopädin Daniela Päßler, Silvia Schnitzler von der Stadtbibliothek und auch der Vorjahressiegerin Eva Mirgel die Jury bildete. „Hier ist es viel entspannter als auf der Bühne. Man ist nicht so nervös“, erzählte Eva.

Zuerst durften die Leser und Leserinnen für drei Minuten aus einem selbst mitgebrachten Buch lesen. Um ihr Können zu bestätigen, mussten die Kinder anschließend aus „Die Legende von Drachenhöhe — Plötzlich Drachentöter!“ lesen — ein fremdes Buch mit teilweise unbekannten Wörtern. Doch auch diese Aufgabe meisterten die Sechstklässler und -klässlerinnen mit Bravour.

Am Ende konnte Jarno Mindner vom Gymnasium St. Leonhard die Jury am meisten überzeugen. „Krass“, betitelte er selbst seinen Sieg sichtlich überrascht. „Der beste Leser aus Aachen zu sein, das vergisst man so schnell nicht“, meinte er. Im März oder April wird er dann bei dem Bezirksentscheid antreten. Außerdem darf natürlich auch er beim nächsten Stadtentscheid in der Jury Platz nehmen.

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