Vorbereitungen für die Unterzeichnung des "Aachen-Vertrags" im Rathaus

Merkel und Macron können kommen : Ein Tag für Aachen wie ein kleiner großer Karlspreis

Besuch von Merkel und Macron: Was auf die Bürger zukommt

Hoher Besuch und aufgeregte Gäste, aber auch geschlossene Geschäfte und gesperrte Straßen: Aachen bereitet sich auf die Unterzeichnung des Aachen-Vertrags am kommenden Dienstag vor.

Die Krönung Karls des Großen, der Aufstieg der Alemannia in die erste Bundesliga: In Aachen nimmt man gerne Bezug auf besondere Ereignisse in der Geschichte. „Und jetzt kommt ein besonderes Datum hinzu“, sagt Marcel Philipp am Freitagmittag im Haus Löwenstein am Aachener Markt. Nur noch wenige Tage sind es, dann wird auf der anderen Seite des zentralen Platzes in der Innenstadt der „Vertrag von Aachen“ unterschrieben.

Das Dokument, das Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron unterzeichnen werden, knüpft als deutsch-französischer Freundschaftsvertrag an den Élysée-Vertrag aus dem Jahr von 1963 an. Ihnen gucken dabei unter anderem Jean Claude Juncker, Donald Tusk, Heiko Maas, Olaf Scholz und viele weitere Ehrengäste über die Schulter. „Das ist für die Stadt eine besondere Ehre“, sagt Philipp.

Aber auch eine Menge Arbeit. Gerade einmal 13 Arbeitstage Zeit hat die Stadtverwaltung, um das Großereignis vorzubereiten. Das „Hochfahren“ dieses Systems sei in Aachen aber relativ schnell machbar. Von den involvierten Mitarbeitern wissen alle, was sie zu tun haben.

Die Vorbereitungen auf die Unterzeichnung des „Vertrages von Aachen“ laufen. Im nord-östlichen Bereich des Markts wird es auch einen Bereich für Schaulustige geben, die einfach mal einen Blick auf die hohen Gäste werfen wollen. Foto: Andreas Herrmann

Beispielsweise die Kräfte des Ordnungsamts: Im Bereich Markt, Pontstraße, am Büchel und in Teilen der Jakobstraße wird absolutes Halteverbot herrschen. Wo genau die Straßensperrungen gelten, ist bereits jetzt ausgeschildert. Wer sein Auto am frühen Morgen des 22. Januar trotzdem noch da stehen hat, wo es nicht stehen darf, wird von den Ordnungshütern aus dem Bett geklingelt, damit er noch schnell umparken kann. Am Morgen des „Vertrags-Tags“ selbst kann es zu kurzzeitigen Straßensperrungen kommen, wenn die hohen Gäste in Kolonnen in Richtung Innenstadt unterwegs sind.

Geschäfte geschlossen

Stadt und Polizei bereiten sich auf die Unterzeichnung des „Vertrages von Aachen“ am kommenden Dienstag vor. Am Freitag geben Protokollchefin Claudia Wellen, Stadtsprecher Bernd Büttgens, Oberbürgermeister Marcel Philipp, Polizeipräsident Dirk Weinspach und Einsatzleiter Dieter Prosch Einzelheiten bekannt. Foto: Andreas Herrmann

Ausschlafen kann jedoch, wer zum Einkaufen in die Stadt möchte: Geschäftsleute und Gastronomen am Markt, am oberen Teil der Krämerstraße zum Markt, im oberen Teil des Büchels in Richtung Markt und in der Pontstraße zwischen Markt und Neupforte werden am Dienstag aus Sicherheitserwägungen der Landespolizei ihre Geschäfte bis 15 Uhr geschlossen halten müssen. Zu groß sei die Gefahr, dass sich Chaoten wurffähiges Material besorgen, um die Veranstaltung zu stören. Geschlossen hat am Dienstag auch das Zeitungsmuseum. Das Centre Charlemagne ist wegen der Aufbauarbeiten schon am Wochenende zu..

Eine besondere Herausforderung, so erklärt Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach, sei die Veranstaltung auch für seine Beamten. „Ich bin aber fest überzeugt, dass durch unsere gute Vorbereitung sowohl die Sicherheit der Ehrengäste als auch die der ganzen Stadt gewährleistet ist“, betont er. Die Aachener Polizei sei eine einsatzerfahrene Behörde, „wahrscheinlich die erfahrenste in ganz Nordrhein-Westfalen“, so Weinspach nicht ohne Stolz. So zeigt er sich davon überzeugt, dass auch die gute Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure in Aachen ein wichtiges Argument für Berlin und Paris sei, die Vertragsunterzeichnung im Westzipfel vorzunehmen. Auch wenn das Ereignis für die Polizei „sensible Routine“ bedeute, werde man ohne Einschränkungen für die Bürger nicht auskommen. „Wir werden aber versuchen, diese so gering wie möglich zu halten.“

Apropos Bürger: Auch denjenigen, die am Dienstag demonstrieren wollen, sollen genug Raum dafür bekommen. „Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das wir selbstverständlich achten“, sagt Weinspach.

Angemeldet seien bislang vier Demonstrationen, erzählt der Einsatzleiter der Polizei, Dieter Prosch. Die Versammlungen seien in einer Größenordnung von 50 bis 200 Personen und unterschiedlichen politischen Spektren zuzuordnen. Die größte Gruppe ist Pulse of Europe, deren Vertreter sich über die Vertragsunterzeichnung in Aachen sehr freuen. „Ob aus Belgien oder Frankreich Anhänger der Gelbwesten-Bewegung anreisen werden, wissen wir nicht. Aber wir sind darauf vorbereitet“, so Prosch.

Nein, das ist noch nicht das Penn-Zelt für Karneval. Die Halle auf dem Katschhof soll am Dienstag die akkreditierten Journalisten beherbergen. Foto: Andreas Herrmann

Doch auch Menschen, die einfach nur mal gucken oder winken wollen, sollen eine Gelegenheit bekommen, die Bundeskanzlerin und den französischen Präsidenten zu sehen: Im nord-östlichen Bereich des Markts, wo auch die Pressetribünen aufgebaut werden, kann man sich das Spektakel ansehen. Wer das Ganze lieber von zu hause aus macht: Die ARD überträgt die komplette Veranstaltung aus Aachen live im Fernsehen.

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