Vorbereitungen auf Treffen der Spitzenpolitiker sind angelaufen

Europäischer Gipfel : Aachen freut sich auf Merkel und Macron

Zwei Wochen können eine ziemlich kurze Zeitspanne sein. Vor allem, wenn es darum geht, einen europäischen Gipfel vorzubereiten. Die Nachricht, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron am 22. Januar in Aachen den deutsch-französischen Freundschaftspakt im Krönungssaal des Rathauses erneuern werden, hat den Adrenalinspiegel in der Aachener Verwaltung mächtig ansteigen lassen.

Der entscheidende Anruf kam am Montagabend. Marcel Philipp wurde von Berlin aus über das Vorhaben informiert. Zwar gab es bereits im Dezember erste Hinweise darauf, dass ein hochkarätiges Treffen in den Westzipfel verlegt werden solle, doch so richtig gewusst hat niemand etwas. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat wohl ein Wörtchen dabei mitgeredet, als die Frage aufkam, wo sich Merkel und Macron denn treffen sollten. Paris? Berlin? Nein, Aachen! Ein Heimspiel nicht nur für den Aachener Laschet, sondern auch für die Spitzenpolitiker selbst. Denn die haben bereits im Mai vergangenen Jahres anlässlich der Karlspreisverleihung an Macron – Angela Merkel hielt die Laudatio – gespürt, welcher europäische Geist von Aachen aus geht.

„Das war wohl auch mitentscheidend“, meinte Oberbürgermeister Philipp am Mittwoch nicht ohne Stolz. Für Aachen werde das Treffen „eine historische Dimension“ haben. Zumal die Erneuerung des 1963 vom damaligen Kanzler Konrad Adenauer und dem französischen Staatsoberhaupt Charles de Gaulle unterzeichnete Abkommen künftig den Namen „Aachen Vertrag“ tragen werde.

So viel steht also fest, doch ansonsten gibt es bisher mehr Fragen als Antworten. Wie lange die beiden Spitzenpolitiker samt Begleittross in Aachen sein werden, ob es eine Art öffentliche Veranstaltung rund um die Vertragsunterzeichnung geben wird – all das muss noch ausgehandelt werden. Nach Informationen unserer Zeitung soll der Festakt am späten Vormittag im Krönungssaal über die Bühne gehen. Laut Stadtsprecher Bernd Büttgens liegt die Federführung bei Organisation und Realisierung des Gipfeltreffens auch nicht im Aachener Rathaus, sondern in den Protokollzentralen in Paris und Berlin. Die Aachener werden da nur flankierend tätig sein. Wobei man den Aachener Beitrag beileibe nicht so klein reden darf, wie er denn auf den ersten Blick erscheinen mag. Denn in Paris und Berlin weiß man sehr genau, wie professionell in Aachen Veranstaltungen dieser Art organisiert werden können.

Was die Aachener Medien- und Protokollexperten bei zahlreichen Karlspreisen unter Beweis gestellt haben. Nicht zuletzt auch rund um den 10. Mai vergangenen Jahres bei der Verleihung des Karlspreises an Macron. Wahrlich keine leicht zu stemmende Aufgabe! Denn der Medien- und Sicherheitstross um den französischen Staatspräsidenten ist noch einmal eine ganz besondere Nummer. Die Franzosen sind stets bemüht, ihren Präsidenten im wahren Wortsinn ins richtige Licht zu stellen. Das ist alles perfekt aufeinander abgestimmt, „Macron first“, lautet stets die Devise. Darauf muss man sich einstellen, das muss man zu gestalten wissen. Und genau das haben die Aachener Macher im vergangenen Jahr mit Bravour erledigt.

Insofern blickt man im Aachener Rathaus zwar gespannt, aber nicht nervös auf den 22. Januar. Der Zeitfaktor mag für gewisse Unruhe sorgen, aber die Vorbereitungen zwischen Berlin, Paris und Aachen sind unmittelbar nach der Entscheidung angelaufen. „Das wird mindestens in der Dimension eines Karlspreises ablaufen“, ist Bernd Büttgens sicher. Wobei das Medieninteresse noch größer als sonst sein könnte. Daher sei man jetzt auf der Suche nach einem geeigneten, zentral gelegenen Medienzentrum.

Apropos Karlspreis: Ursprünglich sollte bereits Ende Dezember der Preisträger oder die Preisträgerin feststehen. Die Entscheidung wurde seinerzeit vertagt. Was durchaus nicht ungewöhnlich ist. Doch jetzt drängt ein wenig die Zeit. Bis Mitte Januar wollte man sich positioniert haben. Bernd Büttgens geht auch davon aus, dass der Zeitrahmen eingehalten wird. Gut möglich also, dass just zu dem Moment, in dem Merkel und Macron ihre Autogramme im Krönungssaal schreiben, auch fest steht, wer denn am Himmelfahrtstag 2019 an gleicher Stelle höchste europäische Ehren erhält.

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