Aachen: Vor der Premiere gibt´s nichts als Kuddelmuddel

Aachen: Vor der Premiere gibt´s nichts als Kuddelmuddel

Die „Kleine Komödie Aachen” ist eine Erscheinung ganz eigener Art. Die 1997 gegründete Amateurbühne spielt einschlägige Boulevardstücke, aber nicht in Mundart. Zwar ist auch sie in mehrfacher Zellteilung aus der Urmutter Alt-Aachener Bühne hervorgegangen, aber auf diesem Wege kam ihr das Öcher Platt abhanden.

So befleißigt sie sich also des Hochdeutschen, wenn auch schon mal „mit Knubbele”, wie Pressewart Reinhard Baumgärtner das umschreibt.

Auf jeden Fall erweitert das den potentiellen Zuschauerkreis, und so konnten in den letzten Jahren auch Imis in den Genuss von Stücken wie „Und ewig rauschen die Gelder” oder „Das Chaos lebt” kommen. Vor allem, so Regisseur und Vereinsvorsitzender Peter Zimmermann, zielt man damit auf ein jüngeres Publikum, das Öcher Platt nicht mehr so gut versteht. Aufgrund des regen Publikumszuspruchs sieht man sich auf dem richtigen Weg.

Nachdem die letzte Produktion „Muckermanns Stereo” noch in guter Erinnerung ist, darf sich das geneigte Publikum diesmal auf „Nichts als Kuddelmuddel” freuen, eine Komödie von Jürgen Hörner. Es ist von der Struktur her ein mehrschichtiges Stück, denn es ist Theater auf dem Theater: Man erlebt mit, wie eine Schauspieltruppe eine Generalprobe abhält, aber zu dem Schwank, der da gespielt werden soll, kommt es überhaupt nicht.

Die Generalprobe geht gründlich in die Hose. Was ja nach alter Theaterweisheit an sich ein gutes Zeichen wäre, aber nicht in diesem Fall. Bei der Premiere steigert sich das ganze Chaos sogar noch weiter. Denn schlimmer geht´s immer.

Hauptperson ist die Wahrsagerin Madame Kassandra (Elisabeth Baumgärtner). Sie hat nicht nur Probleme mit ihren Kundinnen, denen sie die Zukunft vorhersagen soll, sondern wird ständig von irgendwelchen Zwischenfällen abgelenkt. Mal stört die Haushälterin, mal der Fensterputzer, mal der Mann von der Telekom.

Und der trottelige Theatertechniker kriegt sowieso nichts auf die Reihe. Dazu kommen noch private Eifersüchteleien der Möchtegern-Komödianten, die immer wieder den Ablauf unterbrechen. Kein Wunder, dass der Regisseur völlig verzweifelt ist.

Im zweiten Akt folgt die Premiere, und das zu erwartende Verhängnis nimmt seinen Lauf: Die Souffleuse wird unter dem Tisch sichtbar, die „private” Eifersucht der Hauptdarsteller ändert den gesamten Ablauf, und ein Darsteller ist zu allem Überfluss auch noch total betrunken. Dass daraus nichts werden kann, ist jedem klar, und so erleben wir die Rarität eines Boulevardstücks ohne Happy End.

Von dem Schwank, den die Truppe eigentlich spielen will, erfährt man nicht viel, höchstens den roten Faden. Aber darum geht es ja auch gar nicht. Entscheidend ist die urkomische Geschichte vom Theater auf dem Theater, die hier auf die Spitze getrieben wird.

Schon seit den Herbstferien proben die sieben Ensemblemitglieder das turbulente Geschehen. Bei den Proben gibt es, wie man sich vorstellen kann, viel zu lachen. Die Premiere ist am Samstag, 21. März. Bleibt zu hoffen, dass die Generalprobe erfolgreicher verläuft als die Generalprobe im Stück. Aber davon kann man bei den bisherigen Erfahrungen eigentlich ausgehen.

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