„Fridays for Future“: Von vier Startpunkten aus geht’s zum Tivoli

„Fridays for Future“ : Von vier Startpunkten aus geht’s zum Tivoli

Es wird voll auf Aachens Straßen: Die Polizei geht davon aus, dass die Demonstranten von „Fridays for Future“ den Verkehr in Aachen bei ihrer Großdemonstration am 21. Juni zumindest teils lahmlegen werden.

Ab Montag gibt es für die Aachener Post. Von der Polizei. Grund zur Beunruhigung ist das aber nicht. Denn es geht nicht etwa um das Eintreiben von Bußgeldern oder die Ankündigung von Verfahren. Die Polizei will lediglich informieren. Damit es für Tausende Aachener kein böses Erwachen gibt, wenn sie am Freitag, 21. Juni, mit Auto, Bus oder Bahn zur Arbeit beziehungsweise nach Hause fahren wollen und es plötzlich kein Vor und kein Zurück gibt. Dazu werde es wohl auch an dem Brückentag punktuell mit Sicherheit kommen, warnt die Polizei. Schließlich wollen dann mitten in Aachen Tausende Menschen mit „Fridays for Future“ für den Klimaschutz demonstrieren.

Die Veranstalter rechnen damit, dass rund 10.000 Menschen unter dem Motto „Climate Justice without Borders“ auf die Straße gehen werden. Die Polizei stellt sich auf bis zu 20.000 ein. Je nach Wetterlage könnten es auch mehr werden. „Das ist sehr schlecht einschätzbar“, sagte Einsatzleiter Thomas Dammers am Donnerstag, als er mit Polizeipräsident Dirk Weinspach das Konzept für den Großeinsatz vorstellte.

Die Polizei stellt sich mit einem Großaufgebot auf den Einsatz ein, der nach Angaben von Polizeipräsident Weinspach der größte des Jahres werden könnte. Denn nicht nur in Aachen gehen Klimaaktivisten auf die Straße. Einen Tag später plant das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ zudem noch Massenblockaden im Rheinischen Braunkohlerevier.

„Die Stadt wird zu sein“

Zu diesem Konzept gehört unter anderem auch besagter Informationsbrief an die Bürger. Zwar sollen die Beeinträchtigungen für die Bürger so gering wie möglich ausfallen. „Dennoch ist es aufgrund der zu erwartenden hohen Teilnehmerzahl nicht auszuschließen, dass es zu temporären Einschränkungen und Störungen des öffentlichen Personen- und Nahverkehrs im Stadtgebiet kommen wird“, steht in dem Schreiben. Deutlichere Worte fand Einsatzleiter Thomas Dammers am Donnerstag im Polizeipräsidium: „Die Stadt wird an dem Tag zu sein.“

Das wird insbesondere den Bereich rund um den Tivoli betreffen. Auf dem Vorplatz des Stadions soll nach Angaben des Veranstalters um 14.30 Uhr die zentrale Kundgebung beginnen. Mit Redebeiträgen und Musik. Die Bands Culcha Candela und Brass Riot haben ihre Teilnahme bestätigt. Die Krefelder Straße wird stadteinwärts dafür komplett gesperrt werden. Je nachdem, wie viele Menschen es zum Tivoli führt, könnte auch noch eine Spur stadtauswärts gesperrt werden, so die Polizei.

Doch nicht nur rund um den Tivoli ist mit Einschränkungen zu rechnen. Über vier „Strahlen“ werden die Demonstranten als Sternmarsch zum Tivoli gelangen, erläuterte Dammers. Ein zentraler Startpunkt ist der Aachener Hauptbahnhof. Bis 12 Uhr mittags sollen sich die Teilnehmer zudem am RWTH-Hörsaalgebäude C.A.R.L. an der Claßenstraße sowie im Westpark unweit der Schanz treffen, um von dort aus zu Fuß zum Tivoli zu gehen. Über die Vaalser Straße soll zudem eine Fahrraddemonstration ihren Weg durch die Stadt bahnen. Der Start vom Bahnhof Rothe Erde sei mittlerweile wieder verworfen worden, teilte am Freitag eine Sprecherin von „Fridays for Future“ mit. Noch nicht abschließend geklärt ist, über welche Straßen die Demonstrationen führen werden. Dies werde die Polizei zeitnah mitteilen. Die „Strahlen“ werden laut Dammers aber voraussichtlich an der Bastei zusammengeführt, um von dort aus geschlossen über die Krefelder Straße zum Tivoli zu gelangen.

Einige Teilnehmer werden bereits Donnerstagabend mit einem Sonderzug in Aachen ankommen. Insgesamt werden laut Polizei mindestens zwei Sonderzüge aus Basel und Freilassing Klimaaktivisten zum internationalen Streiktag bringen. Erwartet werden Teilnehmer aus 17 Ländern.

Da nach Einschätzungen der Polizei ein Großteil der Teilnehmer in Aachen übernachten wird, sollen sich auch die hiesigen Geschäfte auf das Event einstellen. Es sei anzunehmen, dass im gesamten Innenstadtgebiet Geschäfte und Betriebe „in erhöhtem Maße“ von Demonstrationsteilnehmern aufgesucht werden, um sich mit Essen und Getränken einzudecken, heißt es in dem Polizeischreiben.

Informationen auf Handzetteln

Nicht nur Anwohner und Gewerbetreibende will die Polizei informieren. Am Freitag wie auch am Samstag, wenn viele Schüler von Aachen weiter nach Garzweiler fahren werden, um sich dort dem Protest anzuschließen, werden die Beamten kleine Handzettel verteilen. Unter dem Titel „Polizeisondereinsatz ‚Ende Gelände 2019’“ informiert die Behörde darin unter anderem über das Aktionsbündnis und zurückliegende Aktionen. Sie klärt aber auch darüber auf, welche strafrechtlichen Folgen die Teilnahme an Sitzblockaden, die Vermummung des Gesichts oder das Eindringen in Tagebaue haben können. Aktionen, die vor allem „Ende Gelände“ betreffen.

In einer ersten Version des Artikels stand, dass auch vom Bahnhof Rothe Erde ein Demonstrationszug in Richtung Tivoli geht. Nach Angaben von „Fridays for Future“ von Freitag ist dies jedoch nicht der Fall. Wir haben den Artikel aktualisiert.

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