Innovationen für Aachens Norden: Von smarten Bushaltestellen und digitalen Daten

Innovationen für Aachens Norden : Von smarten Bushaltestellen und digitalen Daten

Aachens Norden nachhaltig, lebenswert und zukunftsorientiert gestalten: An diesem Ziel arbeiten derzeit verschiedene Aachener Start-ups und Firmen. Bei seinem Besuch in Aachen konnte sich NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart jetzt von den Fortschritten überzeugen.

Und nur kurz nachdem er den Digital Hub in der ehemaligen Elisabethkirche betrat, blieb er auch schon beim ersten Start-up hängen: Hier sorgten smarte Regale dafür, dass der Vorrat an gelagerter Marmelade nicht zu Ende geht.

Die Zukunft ist digital, das wurde während des Ministerbesuches einmal mehr deutlich. Junge Aachener Start-up-Unternehmer erzählten dem Wirtschaftsminister von ihren Projekten und Plänen, und der hörte ihnen ganz genau zu und fragte hier und da nach, um sich ein genaues Bild zu machen.

Dabei wurde vor allem auch deutlich, wie facettenreich die Digitalisierung sein kann. Wegzwei beispielsweise hilft bei der Orientierung in Gebäuden und kann auch per Smartphone bedient werden. Pinkwart probierte das gleich mal aus und zeigte sich angetan. In Gebäuden wie dem Klinikum könne das sicher von großen Nutzen sein. Die Würselener Firma Lancom liefert Displays, mit denen Räume digital beschildert werden können. Auch das ist nach Meinung des Ministers eine sehr schöne Idee, die sicherlich gerade auch in Universitäten wie der RWTH von großem Nutzen sein könne.

Doch vor allem auch mit Blick auf den Verkehr in der Stadt der Zukunft, scheint im Digital Hub einiges in Bewegung gekommen zu sein. Dieter M. Begaß, Fachbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft und Europa der Stadt Aachen, nannte dabei die „smarte Bushaltestelle“ als ein Beispiel für innovative Ansätze. Die RBL stattet Haltestellen dabei jetzt zum einen mit einem System aus, das die Anzahl der Fahrgäste im Blick hat, und setzt zum anderen bei der Gestaltung auf ökologische Kriterien. So werden sie mit Solarzellen versehen, und die Dächer werden zum Teil sogar begrünt.

„Firmenfahrzeuge sollten in Zukunft nach Geschäftsschluss nicht einfach auf dem Parkplatz stehen“, sagte Sven Pietsch, Innoloft GmbH, und stellte eine Plattform vor, die es ermöglichen soll, solche Fahrzeuge außerhalb der Geschäftszeiten zu vermieten. Und Sebastian Thelen, UZE Mobility GmbH, wünscht sich gleich ein ganz neues Konzept von Mobilität. Statt dafür zu bezahlen, von einem Ort an den anderen zu gelangen, sollte der Fahrgast seiner Meinung nach mit seiner Fahrt Geld einnehmen. Durch das Generieren und Verkaufen von Daten beispielsweise. Pietsch stellte den Gästen im Digital Hub sogleich die „Smart Box“ vor, die entsprechende Daten sammelt. „Und außen an dem genutzten Fahrzeug kann man je nach Bedarf Werbung schalten und entsprechend weitere Einnahmen generieren“, sagte er weiter.

Die Ideen aus dem Digital Hub sind vielfältig und zukunftsweisend. Das Digitalisierungszentrum ist Teil der Initiative „Digitale Wirtschaft NRW“ und eines von sechs geförderten Zentren für die digitale Wirtschaft. Für Aachens Norden wünscht sich Minister Pinkwart vor allem auch Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Häuser und das Nutzen der Geothermie. „Das könnten wir sehr gut in unsere landesweite Strategie einfügen“, sagte er. Der FDP-Politiker sieht gerade im Aachener Norden ein Reallabor, um die digitale Zukunft aufzubauen. „Wir können unseren Wohlstand nur erhalten, wenn wir bei der digitalen Revolution vorangehen.“

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