Aachen: Von klein auf im Verkehr zurechtfinden

Aachen: Von klein auf im Verkehr zurechtfinden

„Wir haben uns über die Sicherheitskragen gefreut”, sagt Claudia Wirtz, Leiterin der Kita Lochnerstraße. Denn mit den reflektierenden Überwürfen seien ihre Kinder schon von weitem sichtbar, wenn sie bei ihren Ausflügen unterwegs sind.

Genau das sei sehr wichtig, meint Dr. Stephanie Küpper vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen der Stadt Aachen. Man könne nicht früh genug damit beginnen, die Kinder auf die Herausforderungen des Verkehrs vorzubereiten. Und da die Polizei bei ihren Verkehrsschulungen in den Grundschulen festgestellt habe, dass es den Kindern zunehmend an Bewegungs- und Verkehrssicherheit mangelt, hat die Stadt gemeinsam mit dem Sportamt ein Programm entwickelt, dass die Kinder nun von klein auf schulen soll.

Das Projekt „Rollende Kitas” besteht aus mehreren Komponenten. Ein Baustein ist die „Move-it-Box”. Sie soll alles bieten, was für ein abwechslungsreiches Spiel- und Bewegungsangebot benötigt wird, und kann von den Kitas ausgeliehen werden. Ein Handbuch und ein Video geben Tipps für die Praxis und Anleitungen für Spiele, die Wahrnehmung, Gleichgewicht, Reaktion und Rhythmus fördern sollen. In der Box enthalten sind unter anderem Jongliertücher, Spielsäckchen, ein Springseil, Bälle und Soft-Frisbees.

In Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht will die Stadt zudem eine Broschüre entwickeln, die Bewegungsspiele vorstellen soll, die mit einfachen Materialien wie Zeitungsrolle oder Schraubdeckel gespielt werden können. Um die Eltern mit ins Boot zu holen, sind Elternabende geplant. Hier werden ein Kinder- und Jugendarzt und eine Sportpädagogin erläutern, wie wichtig Bewegung schon für Kleinkinder ist und welche Folgen Bewegungsmangel hat.

Minisportabzeichen

Außerdem sind die Erzieherinnen eingeladen, gemeinsam mit den Kindern den Verkehrsübungsplatz der Verkehrswacht zu besuchen. Bei einer Olympiade in den Kitas können die Kinder ein Minisportabzeichen erlangen, und bei einem Verkehrstag an der Kita sind auch Eltern, Geschwister und Freunde eingeladen, an den einzelnen Projekten teilzuhaben.

Laut Stephanie Küpper haben bereits zahlreiche Kitas ihr Interesse an dem Programm gezeigt und vor allem die grünen Sicherheitskragen angefordert.

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