Aachen: Von Aachen nach Frankfurt: „LiteraTour“

Aachen : Von Aachen nach Frankfurt: „LiteraTour“

Der Weg ist das Ziel: Die „LiteraTour“ von Aachen nach Frankfurt bringt Jugendliche aus drei unterschiedlichen Nationalitäten auf künstlerischer und sportiver Ebene zusammen. Sie haben unendlich viele Ideen für Texte und Lieder und sammeln bis Freitag, 22. Juli, ganz besondere Erfahrungen.

Am Sonntag fiel in Kooperation mit dem Zweckverband Region Aachen der Startschuss im Ludwig Forum für Internationale Kunst, nun befinden sich die 20 Jugendlichen aus Deutschland, den Niederlanden und Flandern mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Frankfurt. Die Teilnehmer lernen bei diesem Projekt aber nicht nur die Sprache der anderen kennen, sondern auch ihre kulturellen Gewohnheiten sowie ihre Poesie, Musik und Literatur.

„In Zeiten, in denen ein grenzenloses Europa immer wieder in Frage gestellt wird, ist die Tour ein großer Gewinn“, stellte der Gouverneur der Provinz Limburg, Theo Bovens, bei der Eröffnung der LiteraTour fest. Gemeinsam mit Christiane Vaeßen, Geschäftsführerin des Region Aachen-Zweckverbands und Honorarkonsulin des Königreichs der Niederlande, entsandte er die Teilnehmer, die nun insgesamt 300 Kilometer zurücklegen.

In den fünf Städten auf der Strecke treffen sie sich mit Jugendlichen aus dem jeweiligen Ort und verfeinern die Entwurfe. Stück fur Stück entsteht dabei ein literarisches und musikalisches Reisetagebuch.

Das Endergebnis wird in Form einer CD am 22. Oktober auf der Buchmesse in Frankfurt präsentiert. „Gerade angesichts der aktuellen politischen Lage ist es wichtig, Jugendliche gemeinsam auf den Weg zu bringen und sie in künstlerischen Projekten wertvolle Erfahrungen sammeln zu lassen“, betonte Vaeßen beim Festakt in der Mulde des Ludwig Forums unter großem Publikumsinteresse.

Theo Bovens regte die Teilnehmer an, während ihrer Reise auch an der Aktion „Europe Calling“ anlässlich des Jubiläums der Maastrichter Verträge 2017 teilzunehmen und Postkarten zu verschicken. Am Sonntagabend erlebten die Teilnehmer vor dem Start der ersten Etappe nach Bad Honnef über 110 Kilometer zur Einstimmung noch einen Ausflug zum Dreiländereck. Dieser allererste Berg und die gemeinsamen Stunden brachte die Gruppe noch näher zusammen und in die richtige Stimmung.

Beim Start lieferten die Teilnehmer einen Beitrag zu „Ahoi 3“, einem Projekt der Jugendkunstschule in der Bleiberger Fabrik. Junge Geflüchtete hatten mit Künstlern und Ehrenamtlern in der Schreinerei des Ludwig Forums zu einer Hafenkneipe umgebaut, in der ein temporäres Restaurant in Betrieb genommen wurde. Mit „Ahoi 3“ ist eine temporäre „Küche der Kulturen“ entstanden, ein Ort der Begegnung, des kulturellen Austausch und der künstlerischen Gestaltung.

„Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben gemeinsam mit Aachener Jugendlichen und Familien aus dem Norden Möbel gebaut und den Raum mit Küche und Gastraum ausgestattet. In Anlehnung an die Tradition der verschiedenen Heimatländer bieten sie dort vegane Gerichte an“, erklärt Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik. In der Küche der Kulturen begegnen sich die Menschen, vertiefen Freundschaften und knüpfen neue Kontakte.

Die „Hafenkneipe“ im Ludwig Forum ist noch bis zum 28. August mittwochs bis sonntags von 13 bis 18 Uhr beziehungsweise an den langen Donnerstagen bis 22 Uhr als künstlerischer Aktionsort der interkulturellen Begegnung geöffnet. Am nächsten Donnerstag, 21. Juli, kocht der kubanische Künstler Antonio Nunez.

Auch Christiane Vaeßen, Geschäftsführerin des Region Aachen-Zweckverband und Honorarkonsulin des Königreichs der Niederlande, will an einem Tag selbst kochen. Der Termin dafür soll noch rechtzeitig bekannt gegeben werden.

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