Aachen: Vom Dom zum Drielandenpunt: Aseag will „Tourismus-Linie“

Aachen: Vom Dom zum Drielandenpunt: Aseag will „Tourismus-Linie“

Vom Dom auf eine Stippvisite bequem per Bus zum Dreiländereck in Vaals und umgekehrt? Die Aseag will es mit der direkten „Tourismus-Linie Dom-Drielandenpunt“ im nächsten Jahr versuchen. In der Bezirksvertretung Aachen-Mitte trug Prokurist Hermann Paetz, Center-Leiter Verkehr bei der Aseag, entsprechende Überlegungen vor.

Mehr als eine Millionen Touristen tummeln sich jährlich im riesigen Freizeitpark rund ums Dreiländereck. Weit mehr als eine Million sind es auch rund um Dom und Rathaus. Die Stadt Aachen und die Gemeente Vaals sind sich längst einig, dass beide Kommunen von diesem Tourismus wechselseitig stärker profitieren könnten. Für die Touristen allerdings, die ein Abstecher aus dem Stadtzentrum rauf zum Drielandenpunt beziehungsweise von dort runter in die City reizen würde, fehlt es bisher an einer attraktiven und umsteigefreien ÖPNV-Verbindung.

Experten mutmaßen, der Städtetourismus nehme weiter zu. Die Aseag will diesen Trend fördern und deshalb zum Fahrplanwechsel 2014 eine bequeme direkte Linie aus dem Stadtzentrum zum Dreiländereck anbieten. Das städtische Verkehrsunternehmen will dabei mit dem Unternehmen Willms aus Köln zusammenarbeiten. Willms betreibt in Aachen bereits die sowohl bei Aachenern wie Besuchern der Stadt beliebte „Aachener CityTour“ im Cabrio-Doppeldeckerbus. Die führt als Sightseeing kreuz und quer durch die Stadt rauf zum Dreiländereck und wieder zurück (die „Nachrichten“ berichteten vor kurzem).

„Eine direkte Verbindung zum Drielandenpunt wäre eine gute Sache”, warb Hermann Paetz in der Bezirksvertretung. Wie die Kooperation mit „CityTour“ aussehen könne, ob etwa mit einem Pendelbus als zweiter Linie zum Doppelbus, müsse noch überlegt werden. Die Linie Dom-Drielandenpunt sei sicherlich nicht kostendeckend, doch sei sie ein Angebot, das die Aseag „gerne versuchen“ wolle, so Paetz.

Mit 34.128 Euro gibt die Aseag derzeit ihre Kosten an, die für alle Maßnahmen im Fahrplan 2014 als „Leistungserweiterung“ geplant sind. Die direkte Linie zum Drielandenpunt würde dabei mit rund 20.000 Euro den größten Brocken schlucken. Diese Summe war es denn auch, die Bezirksbürgermeister Achim Ferrari (Grüne) vorsichtig fragen ließ: „Wem nutzt die direkte Linie Dom-Drielandenpunt? 20.000 Euro, das ist teuer. Ich glaube, die Aachener Bürger hätten es lieber, wenn die Aseag das Geld woanders investiert.”

Unverdrossen machte Paetz die geplante neue Linie weiter schmackhaft. Schon die derzeitigen beiderseitigen Tourismuszahlen seien „ein Riesenpotenzial“. Zudem gebe es ja auch Einnahmen auf der neuen Strecke. Die Zahl der Fahrgäste werde dadurch entschieden, „wie attraktiv das Ganze gestaltet wird“. Die Idee könne ja „probeweise für ein Jahr“ umgesetzt werden.

Die Bezirksvertreter sahen es schließlich auch so: Einstimmig empfahlen sie dem Mobilitätsausschuss für dessen Sitzung am 19. September, die von der Aseag für das nächste Jahr vorgesehenen Maßnahmen zu beschließen. Obwohl auch er zustimmte, schien Bezirksbürgermeister Achim Ferrari gleichwohl nicht restlos überzeugt. „Zur Sinnhaftigkeit der direkten Linie Dom-Drielandenpunt - ja, aber ob man da Geld reinstecken soll?“ brummelte er hörbar vor sich hin.

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