Eilendorf: Volksbühne knüpft an ihre großen Erfolge an

Eilendorf: Volksbühne knüpft an ihre großen Erfolge an

Die Kaschemme nennt sich „Ejjen Kleäv“, ein Begriff, der sich kaum übersetzen lässt, auch wenn viele Aachener wissen, was gemeint ist. Sie ist ein wahres Eldorado für jeden Schädlingsbekämpfer.

Ausgerechnet dort will das Gesundheitsamt die hygienischen Verhältnisse überprüfen. Eine Situation, auf die man gerne mit einem resignierten „Ja da mär Pross“ reagiert.

So lautet denn auch der Titel des neuen Stücks der Volksbühne Erholungsgesellschaft Eilendorf, das jetzt im Saalbau Kappertz an der Hüttenstraße Premiere hatte.

Im tollen Bühnenbild einer heruntergekommenen Kneipe, für das Peter Frohn mit seinem Team verantwortlich zeichnet, konnte die Erholungsgesellschaft nahtlos an die großen Erfolge der Vorjahre anknüpfen und eine Inszenierung auf die Bühne bringen, die garantiert kein Auge trocken lässt.

Der rote Faden der Handlung ist äußerst kurz: Wie es den Beteiligten gelingt, ihre Kneipe vor dem Untergang zu retten.

Allerdings ist die Handlung durchaus zweitrangig. Sie liefert nur das Gerüst, an dem sich Klamauk, Blödsinn und herzerfrischende Situationskomik bei immer neuen Verwechslungen entlang ranken. Als Zuschauer möchte man da schon einmal vor Lachen abwinken.

Die Truppe kennt jedoch keine Gnade, und so spielen sich Regisseur Heinz Wirtz als Kneipenwirt Schang Dujardin, Ina Gröbner als seine Schwester May, Claudia Jankovic als Kellnerin Wilma, Richard Wilkens als Stammgast Willi Wachelter, Bernd Thomas als Dures Dröppche, Gerda Bemmelen als Gaunerin, Berty Meehsen als Getränkevertreterin, Paul Schumacher als Polizist Noppeney, Hajo Meehsen als Beamter des Gesundheitsamtes und Bert Nyßen als Dujardins Konkurrent Jupp Capellmann in einen wahren Rausch hinein, so dass es am Ende begeisterten Applaus im voll besetzten Saal gibt.

Äußerst positiv ist, dass Ina Gröbner und Heinz Wirtz, die ohne Frage die unbestrittenen Stars des Ensembles sind, niemanden der anderen Mitwirkenden an die Wand spielen, so dass wirklich jeder in seiner Rolle glänzen kann.

Mit Gisela Wirtz, die als Souffleuse dafür sorgt, dass Texthänger ohne Folgen bleiben, mit Marlene Kleinen, die als Maskenbildnerin für das blühende Aussehen der Akteure sorgt und mit Claudia Jankovic, die als Requisiteurin dafür zuständig ist, dass sich ein jedes Ding am rechten Ort befindet, hat die Erholungsgesellschaft auch in der Logistik des Bühnengeschehens ein starkes Team im Einsatz.