Aachen: Vierte Gesamtschule: Ratsbeschluss erst am 24. Juni

Aachen : Vierte Gesamtschule: Ratsbeschluss erst am 24. Juni

Jetzt geht doch nicht alles ganz so flott: Erst in der Sitzung am 24. Juni soll der Stadtrat die Einrichtung einer vierten Gesamtschule beschließen.

In der Ratssitzung am kommenden Mittwoch steht das Thema Gesamtschule nicht auf der Tagesordnung. Wie die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen am Mittwoch erklärten, soll der formale Ratsbeschluss im Juni dann auch der juristisch erforderliche Errichtungsbeschluss sein, der Grundlage ist für das offizielle Antragsverfahren ans Schulministerium.

Im Schulausschuss am nächsten Dienstag soll das „heiße Eisen” Gesamtschule zunächst in aller Ausführlichkeit vorberaten werden. „Und eigentlich wollten wir am nächsten Tag den politischen Aufschlag im Rat bringen”, bestätigt Karin Schmitt-Promny, schulpolitische Sprecherin der Grünen. „Für das Verfahren ist es aber ausreichend, das Thema dann als Auftrag an die Verwaltung zu geben.”

Die Zeit bis zum 24. Juni wollen die Fraktionen zu weiteren intensiven Gesprächen nutzen. In diesen Tagen gibt es bereits Treffen mit Lehrern und Eltern der drei Schulen, für die die neue Gesamtschule das Ende bedeuten würde: Geschwister-Scholl-Gymnasium, Hugo-Junkers-Realschule und Hauptschule Aretzstraße.

„Wir nehmen uns Zeit, den Gesprächsfaden zu knüpfen”, betont CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Baal. Das Konzept für eine integrierte Gesamtschule als Stadtteilschule im Aachener Osten entwickele sich inhaltlich. „Und wir sind auf dem Weg, möglichst viele einzubinden.”

„Die neue Gesamtschule soll alles übernehmen, was gut ist an den drei Schulen”, betonte Claus Haase, schulpolitischer Sprecher der SPD. „Wir können das zwar nicht bestimmen, aber wir können unsere Wünsche definieren.”

Gerne würden die drei Fraktionen alle Ebenen an einem Runden Tisch zusammenbringen: Eltern, Lehrer, Vertreter aus Schulverwaltung und Politik, aber auch die „Entscheider” aus Bezirksregierung und Schulministerium. Die Schulverwaltung soll versuchen, erste Kontakte zu knüpfen.

Karin Schmitt-Promny bekräftigt unterdessen, dass man eine vierte Gesamtschule nicht um jeden Preis wolle. Auf jeden Fall müsse sie Ganztagsschule sein und bis zum Abitur führen. Wichtig sei auch ein besonderes pädagogisches Profil.

Wenn die integrierte Gesamtschule, wie von den Fraktionen vorgesehen, zum Schuljahr 2010/11 ihren Betrieb aufnehmen soll, dann muss der Errichtungsbeschluss bis Sommer gefasst werden. Ende des Jahres würde dann bereits das Anmeldeverfahren für die neue Schule im Ostviertel anlaufen.

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