Aachen: Viertägiges Jubiläumsprogramm im Musikbunker

Aachen : Viertägiges Jubiläumsprogramm im Musikbunker

Eine Stadt Aachen ohne das wöchentliche Programm im Musikbunker? Kaum vorstellbar — und doch ist es nicht selbstverständlich, dass Lars Templin als Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins „Musikbunker“ gemeinsam mit seinen Programmmachern am Montag zu der großen 25-Jahre-Fete im Bunker an der Goffartstraße aufrief.

Denn trotz aller Widrigkeiten ist jetzt endlich der Kauf des Szene-Bollwerks durch die Stadt besiegelt (siehe Kasten). Und die Bemühungen, ein nachbarschaftlich „konformes“ Nebeneinander zwischen den Anliegern in Goffart- und Rehmannstraße hinzubekommen, nimmt dank der engen Kooperation zwischen der Stadt und dem Bunkerverein positive Formen an, auch wenn man noch auf Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Münster in Sachen Nutzungsgenehmigungen warten muss.

Doch Lars Templin und MuBu-Booker Chris Kukulis wollen erst einmal das feine Musik-Programm für die Jubiläumsfeier der Aachener Szene- und Subkultur vorstellen. Ein Programm, das auf den zahlreichen angesagten Aachener Bands basiert und an jedem Programmabend mit einer ausgesuchten Formation aufwartet, die nicht in der Region selbst „gezüchtet“ wurde, sondern aus Städten wie Köln oder Berlin zu dem MuBu-Großereignis kommt.

„25 Jahre — 25 Bands — 25 Euro“, das hört sich nach einer absolut runden Sache an. So stellten die Programmmacher am Montag den ersten Tag, es ist Donnerstag, 19. Oktober, unter das Motto „alternative Rock“ mit in der Aachener Szene völlig angesagten Bands wie Katortz (Festival-Programm siehe Kasten) oder der Post-Punk-Formation Lost Tapes, die mit ihrem Sound an Joy Divison, The Cure und an The Sound erinnern. Der psychedelische alternative Rock von Katortz mündet am Ende des ersten Festival-Tages im Sound der Kölner Post-Punk Hardcore-Band Tics. „Unruhige Zeiten brauchen eruptive Musik“, schrieb die Berliner taz im Juli zum Debütalbum der Kölner Punkband und lobte ihren Anti-Trump-Song in hohen Tönen.

Am Freitag geht es ab 18.30 Uhr direkt weiter mit den punkigen Songs, da bläst das Zivile Streifen Kommando Aachen (ZSKA) die Hänflinge weg vom Dancefloor, die Band gründete sich als ZSK bereits 1991 und spielte zahlreiche Konzerte im Inland wie auch in Polen und Ungarn.

Den Freitagabend krönt dann die sogenannte Electronica Rey Lenon (München) alias Sängerin Lena Britzelmair in ihrem Soloprojekt mit Synthesizer. Sie bringt aus dem Alpenland elektronische Beats und Klangstaffeln vom Feinsten mit, an Rey Lenon schließt sich die Aftershowparty mit vielen Resident-DJs der Aachener Szene an.

„Die Musik verlagert sich eben immer später in die Nacht hinein, das ist ein Trend, den können wir nicht ignorieren“, stellte Templin am Montag fest und fordert mehr Toleranz gegenüber der Nachtszene, auch in Aachen.

Am Wochenende fehlt am Samstag die Band Imperial Tunfisch, die ebenso wie Diaspora am Freitag ihren Auftritt absagen musste. Doch nach der Band Männi um Samuel Dickmeis, die mit ihrem Album „Kasten“ auf Tour ist, kommt am Ende des Abends ein Berliner Leckerbissen auf die Saalbühne des Bunkers, der mit Titeln wie „Klostein statt Seife“ das Herz so mancher Dada-Liebhaber höher schlagen lässt. Der Sonntag wird ruhiger mit schönem Indie-Pop von Urban Projekt oder den wiegenden Klängen der Latin-Formation Sin Fronterra. Sonntags-Headliner aber ist zweifellos die Band Festland.

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