Vier Galerien aus Aachen stellen gemeinsam in Aula Carolina aus

Ausstellung „Galerien Gemeinsam“ in Aula Carolina : Gemeinsam die Vielfalt der Kunst präsentiert

Die Vielfalt der Aachener Künstlerszene ließ sich am vergangenen Wochenende in der Aula Carolina bestaunen. Zum 16. Mal rollten vier Aachener Galerien mit der Ausstellung „Galerien Gemeinsam“ den roten Teppich für Besucher aus.

Zu sehen gab es Modernes und Traditionelles, Grafiken von Armin Mueller-Stahl, Pablo Picasso und Marc Chagall, Gemälde von K. O. Götz und Günther Beckers. „Wir stellen gemeinsam aus, um zu zeigen, was wir an Kunst präsentieren“, erläutert Georg Klauth, Inhaber der Galerie am Dom, das Konzept.

„Jeder von uns hat einen eigenen Schwerpunkt“, ergänzt Marcel Schoenen. Gemeinsam mit Frau Britta betreibt er die Galerie „Kunst.Schoenen“ sowie ein Atelier im belgischen Eynatten, denn die beiden sind ebenfalls Künstler. Große Gemälde und Farben stehen im Mittelpunkt der meisten Werke. Auch Skulpturen des australischen Künstlers Aaron Jackson, der Kult-Autos wie den alten VW-Bulli (natürlich mit Surfboards auf dem Gepäckträger) und den Mini aus Recycling-Materialien erschafft.

„Wir zeigen mit dieser Ausstellung auch, was die Arbeit eines Galeristen ist“, sagt Andreas Petzold, Geschäftsführer der Galerie am Elisengarten. Am Beispiel der Bonner Künstlerin Monika Bieber erklärt er, was er tut. Sie hat jeden Tag den Rhein bei Bonn gemalt – 360 Skizzen sind so entstanden. „Für den Künstler ist jedes Bild wichtig und gut. Der Galerist hat die Aufgabe, das beste herauszusuchen.“ Täuschend echt wirkt ihr Bild von der Nordsee: Sie schnitzt die Umrisse ein und übermalt sie. Für Petzold muss die Malerei überzeugen, weniger der große Name. Ein gutes Beispiel dafür seien die belgischen Impressionisten, die in der Qualität ihren französischen Kollegen in keiner Weise nachstehen, aber weitgehend unbekannt sind.

Dass Galerien gemeinsam ausstellen, ist eher selten. Doch die vier Galeristen ergänzen sich durch die verschiedenen Schwerpunkte perfekt, findet Marcel Schoenen: „Ehrlicher kann Kunst nicht sein.“ Natürlich gebe es hier und da auch mal Überlappungen, meint Ricardo de Bernardi, Inhaber der Galerie de Bernardi. Der Kunsthandel hat seinen Schwerpunkt in der Originalgrafik. Das bedeutet, dass die Kupferplatten oder der Lithostein für den Druck noch selbst vom Künstler geschlagen werden. Für de Bernardi hat sich das Konzept der Gemeinschaftsausstellung bewährt. Jede Galerie bestückt ein Viertel der Halle, bei jeder Ausstellung wird rotiert. „Werbung ist ja nie gut kalkulierbar, aber auf diese Weise können die Leute uns kennenlernen“, sagt de Bernardi.

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