Aachen: Vier Aachenerinnen bei „Jugend musiziert“ erfolgreich

Aachen: Vier Aachenerinnen bei „Jugend musiziert“ erfolgreich

Rumalbern macht einfach Spaß. Da wird gekirchert und getuschelt. Wenn Eleonor Carberry (12), Mona Breuer (12), Pauline Terstappen (13) und Pia Ockenfels (14) zusammen sind, amüsieren sie sich prächtig. So, wie Teenager es nun mal tun. Albernheiten waren allerdings am Mittwoch nach Pfingsten nicht erlaubt. Zumindest 40 Minuten lang nicht. Stattdessen: höchste Konzentration.

Vor gut einer Woche haben die vier jungen Aachenerinnen vor einer siebenköpfigen Jury ein anspruchsvolles Programm an der Blockflöte vorgetragen. Als Quartett nahmen sie am diesjährigen Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ im niedersächsischen Wolfenbüttel teil. Sie gehörten damit zu den rund 2000 Nachwuchsmusikern, die es in die Endrunde des renommierten Nachwuchs-Wettbewerbs geschafft haben. Und sie hatten Erfolg: Sie holten den zweiten Platz in ihrer Altersgruppe in der Kategorie „Holzbläser, gleiche Instrumente“. Damit wurden sie für eine intensive Probenarbeit und konzentriertes Feilen an ihrem Spiel belohnt.

Konzentrierte Vorarbeit

Denn bereits vor einem Jahr begannen sie mit der Arbeit an ihrem Programm mit mehreren Stücken aus dem Mittelalter, der Rennaissance und der Avantgarde. „Im November haben wir die Schlagzahl erhöht“, berichtet Musiklehrerin Bettina Bäß von der Aachener Musikschule. Das bedeutet: Statt alle zwei Wochen gab es jede Woche eine Quartett-Probe, zusätzlich zu den Einzelstunden der Mädchen, die teilweise auch noch andere Instrumente lernen. Am Ende standen sogar mehrere Proben-Stunden pro Woche an.

Stunden, in denen die beliebte Albereien nichts zu suchen hatten. „Eigentlich machen wir gerne zehn Minuten Proben und dann Quatsch. Aber für den Wettbewerb haben wir uns natürlich zusammengerissen“, erzählt Eleonor Carberry und lacht. Die anderen lassen sich anstecken.

Die vier Jung-Musikerinnen kennen sich gut, obwohl sie nicht auf dieselbe Schule gehen. Sie besuchen das Inda- und das St. Ursula-Gymnasium. Aber bereits seit rund dreieinhalb Jahren üben sie zusammen im Quartett, das prägt, das schweißt zusammen. Und über allem steht ihr gemeinsames Instrument: die Blockflöte. Dass die für so manchen Mitschüler etwas altbacken daher kommt, verstehen Carberry und die anderen nicht. Für sie ist Flöte ein besonderes und vielseitiges Instrument.

Nicht zuletzt, weil es die eine Blockflöte ja gar nicht gibt. „Viele sind erstaunt, wenn sie sehen, dass es eine Sopran-, Tenor- oder Alt-Blockflöte gibt“, berichtet Pauline Terstappen. Abwertende Sprüche wie „Ach, Blockflöte habe ich auch mal gespielt“ machen ihnen nichts aus. Denn sie beherrschen alle Formen dieses Blasinstruments. Bettina Bäß: „Mit dem normalen Blockflöten-Unterricht hat das, was wir tun, nichts zu tun.“

Lampenfieber gehört dazu

Stimmt, denn bei den vier Aachenerinnen geht es ziemlich professionell zu. Den Videobeweis treten sie mit einer Aufnahme von einem der letzten Auftritte in einer Kirche an. Noch besser aber sei das Vorspiel in Wolfenbüttel gelaufen, erzählt Mona Breuer. „Das war echt gut, besser als bei der Probe.“ Der Grund: volle Konzentration im richtigen Moment. Kurz vorher waren die Mädchen aber doch ziemlich nervös. Schwitzige und zitternde Hände gehören zum Lampenfieber eben dazu. „Aber wenn man spielt, ist das weg. Dann bekommt man von der Jury vorne kaum noch was mit“, erzählt Pia Ockenfels.

Obendrein seien sie ja als Gruppe aufgetreten, das gebe Sicherheit. Auch wenn jede von ihnen eine andere Stimme spielt und Fehler auch im Quartett auffallen — zumindest einer Profi-Jury wie bei „Jugend musiziert“. Die konnten sie am Ende überzeugen, ebenso wie ihre Lehrerin und natürlich die Eltern, die im Publikum saßen. Ihren Erfolg wollen die Vier nun noch feiern. Sie haben sich eine „Quatsch-Stunde“ gewünscht. Eine Proben-Stunde also, in der sie machen dürfen, was sie wollen. Herrlich.

Mehr von Aachener Nachrichten