Aachen: Viele Kitas gehen offenbar zu lax mit Geld um

Aachen : Viele Kitas gehen offenbar zu lax mit Geld um

Kita-Eltern kennen das: Hier wird Geld für den nächsten Ausflug eingesammelt, dort fürs gemeinsame Frühstück oder Mittagessen und da für die Reinigungskraft. Doch was mit dem Geld danach passiert, ist längst nicht für alle Eltern klar und nachvollziehbar. Jetzt reagiert die Stadt. Für städtische Kindertagesstätten sollen künftig einheitliche Richtlinien für die Verwaltung der finanziellen Mittel gelten.

Es gibt Handlungsbedarf im Umgang mit den teils deutlich überhöhten Bargeldbeständen in den städtischen Kindertagesstätten, heißt es in einer Vorlage für den Rechnungsprüfungsausschuss, der sich Anfang Juli mit dem heiklen Thema in nichtöffentlicher Sitzung befassen wird. Denn die regelmäßige Einzahlung kleinerer Beträge addiert sich in größeren Einrichtungen schnell auf höhere vierstellige Summen.

Üblicherweise sollte das Geld der Eltern mit Hilfe von Girokonten verwaltet werden, doch längst nicht alle Einrichtungen scheinen das so zu handhaben, wie das Rechnungsprüfungsamt darlegt. Es moniert dabei vor allem den unkorrekten Umgang mit dem Geld der Eltern, erhebt jedoch keine Veruntreuungsvorwürfe gegen einzelne Einrichtungen.

Und doch könnte die geplante neue Richtlinie im Zusammenhang mit einer bereits vor Monaten anonym erhobenen Anschuldigung gegen eine Aachener Kita-Leiterin stehen. Ihr wird unter anderem vorgeworfen, sich über Jahre hinweg an der Mittagessen-Kasse der Eltern vergriffen zu haben, auch soll sie weniger Portionen bestellt haben als gezahlt wurden und damit andere Anschaffungen getätigt haben.

Ob an den Vorwürfen was dran ist, ist unklar. Die Stadt will zu der Personalie keine Auskunft geben. Und auch zu der nun geplanten neuen Richtlinie wollen sich die Verantwortlichen vorerst nicht äußern, da sie noch in Arbeit ist und auch noch nicht mit der Politik abgestimmt wurde.

Klar ist jedoch, dass sich die Stadt in der Verantwortung sieht, den sachgemäßen Umgang mit dem Geld der Eltern sicherzustellen und auch zu vereinheitlichen.

Es soll daher künftig generelle Vorgaben für die Führung von Girokonten in Kindertagesstätten geben. Die Kita-Leitungen sollen für den Umgang mit dem Geld und eine einfache Buchführung gesondert geschult werden. Und nicht zuletzt soll es künftig auch immer wieder stichprobenartige Prüfungen in den Einrichtungen geben.

(gei)