Aachen: Viel mehr als eine Verkaufsausstellung: Die Benefizschau

Aachen : Viel mehr als eine Verkaufsausstellung: Die Benefizschau

Das Jahr neigt sich dem Ende zu — und damit auch die Schaffenszeit von Ben Kaufmann als Direktor des Neuen Aachener Kunstvereins (NAK). Am Samstagabend eröffnete in den Räumlichkeiten des Vereins seine letzte Ausstellung, die zugleich den Boden für die Ideen seines Nachfolgers Maurice Funken bereiten soll.

Die präsentierten Werke werden nämlich am kommenden Samstag, 16. Dezember, in einer Benefizauktion versteigert und damit das finanzielle Fundament für das neue Jahr bilden.

Die aktuelle Ausstellung ist aber weit mehr geworden als lediglich eine Verkaufsschau der zu versteigernden Bilder und Skulpturen. Sie wurde ein Querschnitt durch die Ausdrucksformen moderner Kunst, die Ideenreichtum beweist — und manchmal auch Fragen aufwirft.

Drei Bilder für 19.000 Euro

Ein optischer Höhepunkt der Schau ist etwa die „Asperger“-Trilogie des Malers Michael Kunze, der sich in seinen Arbeiten oft mit der Verbildlichung von Metaphysik auseinandersetzt. Wer sich seine drei Bilder zu dieser Serie jedoch ins eigene Wohnzimmer hängen möchte, muss tief in die Tasche greifen: alleine der Schätzpreis seiner drei Werke beläuft sich auf insgesamt 19.000 Euro.

Es gibt aber auch Arbeiten für deutlich weniger Geld in der Ausstellung. Diese Bandbreite hat am Samstag schon einige Eröffnungsbesucher dazu verleitet, selbst den Wert der Kunstwerke zu schätzen — nur um am Ende festzustellen, dass das gar nicht so leicht ist. Mitbieten kann bei der Auktion aber jeder, und die Künstler selbst entscheiden, welchen Anteil sie dem NAK spenden möchten. Manche, so erklärte Direktor Kaufmann, gäben die Hälfte an den Verein, andere sogar den vollen Verkaufspreis. Alles in allem, schätzte er, dürften damit gegen 50 000 Euro Gewinn zusammenkommen, mit denen sich der NAK dann durch das kommende Jahr hangeln muss.

Führungen jeden Abend

Bis es soweit ist, gibt es unter der Woche für alle interessierten Besucher abendliche Führungen von ausgewiesenen Kunstexperten. Ab heute bis zum 14. Dezember führen jeweils ab 19 Uhr etwa der RWTH-Professor für Kunstgeschichte, Alexander Markschies, oder die Kunstkritikerin Renate Puvogel durch über 120 Künstler umfassende Schau.

Die Auktion beginnt dann am 16. Dezember um 19 Uhr beim NAK im Kurpark und wird von Henrik Hanstein vom Kunsthaus Lempertz geleitet. Die Anmeldung wird am selben Tag ab 18 Uhr möglich sein, und Gebote können auch telefonisch oder schriftlich eingereicht werden. Bis dahin ist die Ausstellung noch jeden Tag geöffnet und damit vielleicht auch eine Möglichkeit, auf den letzten Metern noch ein originelles Weihnachtsgeschenk zu finden.

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